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Mit allerlei Tricks mitten ins Ziel

Von den 131 000 Schützinnen und Schützen, die sich dieses Jahr am Eidgenössischen Feldschiessen beteiligten, lagen einige im Stand des SV Altikon. Andere halfen mit.

So genau weiss er es nicht mehr. Ob Peter Mathis jetzt «das zwanzigste oder das dreissigste Feldschiessen» miterlebt, spielt eigentlich auch keine Rolle. Vielleicht ist es ja eh etwa das vierzigste. Denn der Altiker hat als 16-jähriger Jüngling mit dem Schiesssport begonnen und nimmt die Scheiben weiterhin ins Visier, nächstes Jahr feiert er den 70. Geburtstag.

Mit den «Jungschützenkursen eins bis drei» sei er seinerzeit eingestiegen, als «Vorschulung» auf den Militärdienst. Später legte er eine Pause von zehn Jahren ein, als er für Sulzer in Japan Textilmaschinen installiert habe. «Mit Schiessen war in Japan nichts, man wäre ja gleich verhaftet worden.» Zurück in der Heimat, machte Peter Mathis, der sich damals zum Zimmermann umschulen liess und daraufhin das Holzbaugeschäft des Vaters übernahm, weiter beim SV Altikon, dem Schützenverein seines Dorfes, in dem er aufgewachsen ist.

Die Freude ist geblieben. ?«Aber ich sehe nicht mehr so gut», bemerkt er. «Ich muss mit der Schiessbrille alle Tricks anwenden, damit ich noch treffe.» Hilfe findet er dabei bei seinem Optiker. Der sei «als Ausnahme auch schon in den Stand gekommen», erklärt Peter Mathis. Zudem ist im Optikergeschäft eine Scheibe vorhanden: Er nimmt das Gewehr mit, zielt und lässt sich die Brille anpassen.

Eigentlich sei er «ein unsportlicher Mensch», lächelt Peter Mathis. Aber die Sportart Schiessen habe es ihm angetan. «Man muss gut sehen. Die Waffe richtig halten. So schnaufen, dass sich der Körper wenig bewegt. Und im Moment der Schussabgabe möglichst ruhig sein», zählt er die Anforderungen auf. «Man versucht, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Es ist ein Wettkampf.» Denn dar­um geht es auch ihm: «Man will besser sein als der Kollege.»

Das gelang ihm 2013: ?Er entschied die Jahreswertung des SV Altikon für sich. «Aber das will nicht viel heissen», lächelt er. Eine Stapfermedaille hat er am Feldschiessen noch nicht geschafft. «Die ist in einer anderen Kategorie … Ich weiss gar nicht, ob überhaupt mal schon jemand aus dem Verein eine geholt hat», meint Peter Mathis. Er ist «im hohen Alter von 69 Jahren Vereinskassier geworden – aus Mangel an jüngeren Mitgliedern, die sich dar­um gerissen haben …». 75 Mitglieder, davon 25 aktive Schützen, umfasst der SV Altikon, der 2015 das 150-jährige Bestehen feiert. Im Bezirksschützenverband Winterthur gehörte der Klub dieses Jahr turnusgemäss zu den Organisatoren des Feldschiessens. 15 bis 20 Personen seien im Altiker Schiessstand zeitgleich im Einsatz, erklärt Vereinspräsident Daniel Ernst.

Wenn er sie denn gezählt hätte, könnte Peter Mathis ein weiteres Feldschiessen hinzurechnen. Denn als Warner hielt er sich an den drei Schiesstagen im Stand auf; das Sturmgewehr 90 und die trickreiche Schiessbrille brauchte er diesmal nicht. Urs Stanger

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