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«Mit beiden Füssen auf dem Boden bleiben»

Denis Hollenstein (24) ist einer der ­Hoffnungs­träger bei den Kloten Flyers. Nach nur einem Jahr ­bei Genf-Servette ist der Nationalstürmer zu seinem Stammverein und Vater Felix Hollenstein zurückgekehrt. Beim Saisonstart heute gegen ... Genf-Servette wird er aber noch fehlen.

«Chumm wieder hei», rief ein Fan in der Kolping-Arena auf der Tribüne im letzten Dezember in Richtung Eisfläche. Gemeint war Denis Hollenstein, der an diesem Abend erstmals im ungewohnten Dress von Genf-Servette an seinen alten Arbeitsort zurückgekehrt war. Nun ist er also wieder «daheim». Zwar hatte Denis Hollenstein in Genf einen Vierjahresvertrag unterzeichnet, doch er konnte diesen Kontrakt im Einvernehmen mit Genfs Trainer Chris McSorley nach nur einer Saison auflösen. Über die Gründe für seine vorzeitige Rückkehr nach Kloten möchte der Nationalstürmer sich nicht mehr äussern. «Dar­über wurde schon viel gesagt und geschrieben. Ich will vorwärts schauen, nur das zählt», erklärt Denis Hollenstein. Klar aber ist: Wäre sein Vater Felix Hollenstein in den Wirren des Sommers 2012 nicht als Trainer noch vor der Saison bei Kloten entlassen worden, Sohn Denis hätte nie die Reise ins ferne Genf angetreten. Als dann die Verantwortlichen um Mehrheitsaktionär Phi­lippe Gaydoul ihren Fehler bemerkten und die Vereinslegende Fige Hollenstein als Head­coach zurückholten, war auch der Weg von Denis zu seinem Stammverein naheliegend. Das 5:3 über ZSKA Moskau Ein verlorenes Jahr sei die Zeit ­ in Genf keineswegs gewesen. Zwar spielte Denis Hollenstein in der Patinoire Les Vernets vielleicht nicht so brillant auf, wie man dies bei Servette erwartet hätte. Aber der Nationalstürmer hatte dennoch keine schlechte Saison. Zu Beginn war er verletzt, dann aber wurde der schnelle Techniker immer stärker, er konnte sich total 41 Skorerpunkte (davon 11 Tore) gutschreiben lassen – obwohl er neun Qualifikationsspiele verpasste. In den Playoffs war Servette erst im ­ 7. Halbfinalspiel gegen die ZSC Lions gescheitert. Die Genfer konnten den Meister mehr fordern als Kloten danach im Final. «Eine coole Truppe» Vor allem aber gewann Denis Hollenstein mit Servette den Spengler-Cup in Davos. Der überraschende 5:3-Finalsieg gegen das legendäre ZSKA Moskau mit seinem Treffer zum 2:0 ist ein Höhepunkt in der Karriere des Denis Hollenstein. Nur der Gewinn der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft 2013 in Stockholm ist noch höher zu werten. Da zählte Hollenstein mit acht Skorerpunkten aus zehn Spielen zu den Leistungsträgern der Schweizer Natio­nalmannschaft. Dass seine Rückkehr mit grossen Erwartungen in Kloten verbunden ist, weiss der Stürmer. «Das ist bei einem Transfer immer so. Aber dar­über mache ich mir keine Gedanken», erklärt Hollenstein. Wenn ein Playoff-Finalist sich mit zwei Stürmerstars wie Denis Hollenstein und Peter Guggisberg verstärkt, weckt dies im Umfeld weitere Hoffnungen. Zudem möchte Flyers-Investor Phi­lippe Gaydoul für sein Engagement Gegenleistungen auf dem Eis sehen. Er hat zuletzt weitere 6 Millionen Franken in den Verein eingeschossen. Eine Steigerung zur letzten Saison wäre der Gewinn des Meistertitels. «Das ist vielleicht ein Thema für die Medien; wir aber müssen mit beiden Füssen auf dem Boden bleiben. Die Liga ist sehr ausgeglichen», relativiert Hollenstein, der sich in der Vorbereitung am Fuss verletzt hat. Diese Blessur wird ihn wohl noch mindestens zehn Tage von der Meisterschaft fernhalten. Die Rückkehr sei ihm in Klo­ten leicht gemacht worden. «Wir ­haben bei den Flyers eine coole Truppe; die meisten Spieler kenne ich ja noch von früher», freut sich Hollenstein. Wenn der Trainer der Vater eines Spielers ist, kann das Pro­bleme geben. Dem entgegnet Head­coach Felix Hollenstein aber energisch: «Wir hatten diese Konstellation bei Kloten schon 2013 bei den Playouts gegen Lang­nau. Oder bei verschiedenen Junioren-Nationalteams. Probleme hat es dabei zwischen mir, Denis und dem Team nie gegeben.» Bodenmanns spezielles Jahr In der Nationalmannschaft und in Kloten bildete Hollenstein zusam­men mit Simon Bodenmann eine bissige Flügelzange, die fast alle Gegner vor unlös­bare Probleme stellen konnte. Die Rück­kehr seines Kollegen machte es für Simon Bodenmann in der Entscheidungsfindung, die Flyers auf nächste Saison Richtung Bern zu verlassen, noch schwerer. Aber Bodenmann hat sich ­ doch zum Abschied durchgerungen. Zum langen Abschied, denn er spielt noch eine ganze Saison zusammen mit Denis – und wenn alle fit sind, mit Romano Lemm als Center. Bodenmann hätte lieber erst später einen Wechsel ­fixiert. «Aber der Vorteil ist: Nun ist es draussen. Ich kann mich nun voll auf die Meisterschaft mit Kloten konzentrieren.» Er mag es in diesem Zusammenhang nicht hören, dass er von diversen Seiten als «lahme Ente» bezeichnet worden ist. «Ich will voll angreifen, wir haben eine ­riesige Mannschaft», sagt der 26-jäh­rige Winterthurer. «Ich weiss aber auch, dass ich unter spezieller Beobachtung stehe. Wenn ich einige Spiele lang nicht treffe, werden sich kritische Stimmen melden. Mit dem muss ich rechnen.» Sobald Denis Hollenstein wieder fit ist, wird Bodenmann eine letzte Saison in Kloten zusammen mit seinem Kollegen angreifen. Heute startet er mit der Nachwuchshoffnung Vincent Praplan als Part­ner.

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