Zum Hauptinhalt springen

Mit Biss

Schon hätte man denken können, das Bizarrste, was die Fussball-Weltmeisterschaft 2014 bereithält, sei die Frisur von Gilbert Gress, und dann kam am Dienstag das Spiel von Italien gegen Uruguay und mit ihm auch der Stürmer Luis Suárez. Dieser hat nämlich das reichlich zähe Spiel dadurch aufgepeppt, dass er in der 79. Minute seinem italienischen Gegner in die Schulter biss.

Immerhin muss man dem schnappenden Suárez zugutehalten, dass er damit den Fussball weit über die Grenzen der bereits eingeschworenen Fans dieser Sportart hinaus attraktiv gemacht hat. Denn auch wer mit Fussball gar nichts am Hut hat, kann nun wieder interessiert ­zuschauen.

Der Kulturhistoriker beispielsweise sinniert darüber nach, ob Suárez’ wölfisches Gebaren gegenüber der italienischen ­Nationalelf nicht vielleicht als Anspielung auf den Gründungsmythos von Italiens Hauptstadt aufzufassen wäre: Romulus und Remus werden doch von der sie säugenden Wölfin wohl auch gewisse Bisstechniken gelernt haben. Den feinschmeckerischen Food-Blogger hingegen interessiert da eher, welchen Rotwein Luis Suárez wohl zur Schulter reichen würde, und Alternativmediziner fragen sich, ob hier vielleicht grad der allerneueste Trend kreiert wird: orale Akupressur.

Und auch Sepp Blatter dürfte inspiriert gewesen sein, hat er doch angekündigt, einmal mehr als Fifa-Präsident anzutreten und alle Gegner wegzubeissen. Hoffen wir im Fall des Fifa-Rentners, dass die Haftcreme hält und am Ende nicht zusammen mit den Bissspuren gleich sein ganzes Gebiss in der Schulter des italienischen Kontrahenten Michel Platini zurückbleibt.

Froh sind wir indes , dass es unser Xherdan Shaqiri dem Kollegen aus Uruguay nicht nachmacht. Ob seiner Körpergrösse würde er statt in die Schulter wohl unweigerlich in die Hüfte des Gegners beissen, und das wäre dann noch viel schmerzhafter. Johannes Binotto

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch