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Mit dem Eingänger den Rüetschberg rauf

Ein Radrennen der besonderen Art fand am Mittwoch in Aadorf statt. Zu den Teilnahmebedingungen zählte auch ein Militärvelo.

«Anmeldung in Aadorf beim letzten Haus rechts, Richtung Ettenhausen», steht in der Ausschreibung zum Berg-Zeitfahren Rüetschberg. Es ist Mittwoch, kurz vor 18.30 Uhr, 20 Männer und zwei Frauen bereiten sich beim letzten Haus rechts auf ihren Start vor. Noch fehlt einer: Es ist ausgerechnet Ivo Vogt, der Favorit auf den Sieg. Kommt er noch, kommt er nicht? Nun, er ist nicht gekommen. Ein Langstreckenrennen vom vergangenen Wochenende habe ihm wohl zu sehr zugesetzt, ist man sich einig. So gewinnt Adrian Schläpfer aus Rickenbach TG das 4,5 Kilometer lange Zeitfahren von Aadorf den Rüetschberg hinauf bis ins Ziel im Huggenberg in etwas mehr als zwölf Minuten. Ab 1905 im Einsatz Das Rennen wird alljährlich von der Sektion Thurgau des Schweizer Verbands Mechanisierter und Leichter Truppen (SVMLT) durchgeführt. Velohelm und Militärfahrrad sind obligatorisch. Dieses Jahr fuhren alle Teilnehmer mit dem Ordonnanzrad 05. «Es kam erstmals 1905 in der Schweizer Armee zum Einsatz», sagt Ueli Siegfried aus Elgg, mit 73 Jahren der älteste Starter. Die grosse Herausforderung bei Rennen mit dem Ordonnanzrad ist laut Siegfried, dass man nur einen Gang zur Verfügung hat. «Wählt man eine tiefe Übersetzung, kommt man mit weniger Kraftaufwand den Berg hinauf. Mit einer hohen hingegen kommt man auf der Fläche schneller voran», erklärt er. Der Seuzacher Gemeinderat Marcel Knecht wurde 19 Sekunden hinter Sieger Schläpfer Zweiter. Im Ziel hat er noch nicht genug: «Jetzt fahre ich mit dem Rad zurück nach Seuzach.» An seinem Ordonnanzrad 05 mit Baujahr 1978 schätze er besonders, dass «es an diesem Velo Bauteile hat, die besser sind als bei einem 10?000 Franken teuren Mountainbike.» Jüngste Starterin erst 18 Angesprochen auf den Reiz des Rennens, entgegnet Sektions-Präsidentin Silvia Forrer: «Man kriegt wieder einmal zu spüren, wie gut die eigene Lunge funktioniert.» Auch mit dabei ist ihre Tochter Carina, mit 18 Jahren die mit Abstand Jüngste am Start. Sie sei durch ihre Eltern zu diesem Hobby gekommen. Der Mutter konnte sie allerdings das Wasser nicht reichen und klassierte sich im Mittelfeld. Ueli Siegfried hat ganze 55 Jahre mehr auf dem Buckel als die jüngste Teilnehmerin. Wieso tut er sich die Strapazen überhaupt noch an? «Letztes Jahr habe ich eigentlich entschieden, es sei mein letztes Rennen. Dieses Jahr bin ich trotzdem wieder gestartet. Es wird zwar immer strenger, aber ich hatte bisher immer den Plausch.» Gut möglich also, dass er auch nächstes Jahr wieder am Start steht, «beim letzten Haus rechts» in Aadorf.

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