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Mit fiktiven Rechnungen ein Vermögen ertrogen

Justiz Eine Betriebsökonomin und ihr Lebenspartner haben die Grossbank UBS mittels fiktiver Rechnungen um rund 650 000 Franken betrogen. Vor dem Bezirksgericht Zürich kam das Duo gestern glimpflich davon.

Die heute 48-jährige Betriebsökonomin und ihr um acht Jahre jüngere Lebenspartner legten gestern vor dem Bezirksgericht Zürich ein umfassendes Geständnis ab. Demnach waren die seit 20 Jahren bei der UBS tätige Prokuristin und ihr deutscher Freund vor über drei Jahren aufgrund eines aufwendigen Lebensstils in finanzielle Engpässe geraten. Unter anderem fuhr der Mann mit einem Porsche herum und konsumierte Kokain.

Die beschuldigte Kroatin war dabei die treibende Kraft. So wusste sie um die internen Abläufe innerhalb der UBS und kam auf die Idee, fiktive Rechnungen für erfundene Trainingskurse innerhalb der Grossbank zu stellen. Ihr Freund trat dabei im Namen von Drittfirmen auf und erweckte den Anschein von tatsächlich erbrachten Kursleistungen.

Ohne Zweitunterschrift

Das Paar ging dabei raffiniert vor, indem es bei den gestellten Rechnungen bewusst nie über 100 000 Franken hinausging. Womit eine Zweitunterschrift nicht nötig war und die Haupttäterin ohne Überwachung vorgehen konnte.

Das Vorgehen des betrügerischen Duos zahlte sich vorerst aus. Die Anklageschrift schilderte, wie die Beschuldigten zwischen Juni 2011 und Sommer 2013 bei insgesamt neun Überweisungen rund 650 000 Franken für sich abzweigen konnten. Die UBS-Betriebsökonomin operierte dabei jeweils mit gefälschten Unterschriften. Bis sie infolge eines Fehlers Ende des Jahres 2013 aufflog. Da die Polizei bei der Hausdurchsuchung beim Freund rund 1,7 Gramm Kokain sicherstellte, verschwand dieser für elf Tage in Untersuchungshaft. Die Beschuldigte wurde von der UBS entlassen.

Die geständige und heute arbeitslose Betriebsökonomin führte bereits während der Untersuchung aus, dass das Tatmotiv auf die Firmenkultur der UBS zurückzuführen sei. So habe sie bemerkt, dass so viel Geld für sinnlosen Blödsinn aus dem Fenster geschmissen werde. Allerdings gestand sie auch ein, dass sie klar unrechtmässig gehandelt habe.

Abgekürztes Verfahren

Der Fall bot in rechtlicher Hinsicht kaum Schwierigkeiten. So hatten sich die Parteien im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens auf ein Urteil geeinigt. Demnach wurde die Ökonomin wegen mehrfachen Betrugs, Urkundenfälschung sowie Fälschung von Ausweisen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. 21 Monate auf Bewährung kassierte der Mittäter, der auch wegen Kokainkonsums belangt wurde.

Das Bezirksgericht segnete das Urteil ab und zeigte ein gewisses Verständnis für die Delikte. So fange der Fisch vom Kopf zu ­stinken an, bemerkte dazu der ­Gerichtsvorsitzende. Allerdings machte er aber auch klar, dass zwischen einem Bonus und einer ­gefälschten Unterschrift immer noch ein grosser Unterschied bestehe. Zudem sprach er von einem skrupellosen Vorgehen der Täterschaft. Diese wurde verpflichtet, für den angerichteten Schaden aufzukommen. Attila Szenogrady

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