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Mit Gottes Hilfe nach Malmö

Bern. Die Berner Heilsarmee hat mit «You and Me» das Televoting klar gewonnen. Sie vertritt die Schweiz am Eurovision Song Contest 2013 in Malmö. Mit dabei: der älteste Eurovision-Teilnehmer aller Zeiten.

Nach vielen Niederlagen solls nun Gott richten: Nicht weniger als 37,54 Prozent der Televoter entschieden sich für den Ohrwurm «You and Me» der Berner Heilsarmee. Das gab das Schweizer Fernsehen gestern auf Facebook bekannt.

Homophobe Heilsarmee?

Wie schon bei der Bekanntgabe der Schweizer Finalisten meldeten sich auch nach der Endausscheidung wieder kritische Stimmen aus der für gewöhnlich ESC-affinen Gay-, Lesbian- und Transgender-Szene: Sie bezeichneten die Heilsarmee als homophob. Die lesbische ESC-Beirätin Hella von Sinnen prognostizierte dem Schweizer Fernsehen, die europäischen Homosexuellen würden nicht für die Heilsarmee voten.

Ganz anders ein schwuler Kommentator auf der Website der Heilsarmee: «Ich habe beim Voting für Euch meine Finger wundtelefoniert. Als Gay mag ich Euch vermutlich mehr als Ihr mich».

Affentheater chancenlos

Die sechs Berner Salutisten und Salutistinnen zwischen 20 und 94 Jahren – Letzteres ESC-­Rekordalter – setzten sich am Samstagabend in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen deutlich durch gegen die ebenfalls hoch favorisierte Westschweizer Band Carrousel und den Schönbühler «Deutschland sucht den Superstar»-Dritten Jesse Ritch.

Überraschend nicht unter den besten drei war Anthony «Bighead» Ackermann mit «Do the Monkey», einem in Affenkostümen dargebrachten Rap. Der Moderator des Jugendsenders Joiz und seine Tänzer hatten zwar viele Fans mit Schimpansenmasken im Publikum sitzen, scheiterten aber wohl am schwachen Refrain ihres Songs und erzielten nur 5,66 Prozent der Stimmen.

«Europäer» tippten falsch

Im Gegensatz zum Vorjahr kam an der von Sven Epiney moderierten Show keine Jury zum Einsatz, sondern ein «Europa-Board». Es war besetzt mit fünf Personen aus anderen europäischen Ländern, die aber in der Schweiz leben. Einzige Prominente im Board war die deutsche Komikerin Hella von Sinnen. Das war zwar gut gemeint, das Resultat dann aber etwas zu brav. Auf die Heilsarmee tippte übrigens keiner.

Gegen das Reglement?

Nach der Entscheidung in Kreuzlingen machte in der Bodensee-Arena das Gerücht die Runde, dass die Heilsarmee in Schweden gar nicht antreten darf. Am ESC dürften offenbar keine politischen und religiösen Organisationen teilnehmen. Das berichtet «20 Minuten Online». Auf der Website des ESC ist davon allerdings nichts zu lesen. Die beiden Halbfinals des Eurovision Song Contests 2013 finden am 14. und 16. Mai statt. Im Final am 18. Mai wird dann der Sieger gekürt.

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