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Mit Kundennähe gegen Zalando

Der Onlineversandhändler Zalando mischt den ­Schweizer Modehandel auf. Immer mehr Kunden und vor allem Kundinnen bestellen ihre Kleider bei der deutschen Konkurrenz auf dem Netz. Schweizer Modehäuser haben das Nachsehen.

Die Bedeutung des Onlinehandels in der Schweiz ist eigentlich marginal. Von den insgesamt 96,8 Milliarden Franken, die im Schweizer Detailhandel im letzten Jahr umgesetzt wurden, stammen nur gerade 4,4 Prozent vom Onlinegeschäft. Trotzdem wirft das Thema Onlinehandel in der Branche hohe Wellen. Zu Recht, wie Patrick Kessler vom Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) sagt. Denn die Marktverschiebungen fänden heute fast ausschliesslich in diesem Bereich statt. Der Beleg dafür ist die neueste Studie des St. Galler Marktforschungsinstituts GfK. Während laut dieser Studie die Umsätze des Detailhandels seit 2008 stagnieren, wächst der Onlinehandel rasant. 2012 legten dessen Umsätze um 7,5 Prozent zu. Der Gesamtmarkt dagegen wuchs lediglich um 0,5 Prozent. Wer demnach verhindern will, Marktanteile zu verlieren, ist gezwungen, in diesen Verkaufskanal zu investieren. Das gilt laut Kessler insbesondere für die Modebranche, die ein enorm hohes Wachstum im Internet verzeichnet. Grund dafür ist die wachsende Zahl von Kunden und Kundinnen, die geübt sind im Umgang mit dem Internet, und Zalando. Obwohl der Berliner Onlineversandhändler erst seit Oktober 2011 in der Schweiz aktiv ist, soll laut einer GfK-Studie bereits jede dritte Frau in der Deutschschweiz bei diesem deutschen Versandhändler Kleider bestellt haben. Schweizer Modehäuser haben bis jetzt auf diese Entwicklung laut Kessler jedoch kaum reagiert. So haben zum Beispiel weder H&M noch C&A oder Globus einen Onlineshop. Sie überlassen damit dem deutschen Versandhändler das Feld. Wer den Kampf mit Zalando aufnehmen will, müsse jedoch ein durchdachtes Konzept haben, sagt Thomas Herbert, der CEO von Schild. Guter Service statt tiefer Preis Das Modehaus ist seit Dezember 2009 mit einem eigenen Onlineshop auf dem Internet präsent. Dabei setzt das Schweizer Unternehmen auf die eigenen Stärken. «Denn sowohl beim Preis wie bei der Breite des Angebots können wir mit Zalando nicht mithalten», sagt Herbert. Dafür sei Schild beim Service deutlich stärker. Während bei Zalando die Lieferung der Artikel immer via Post und der Kontakt immer via Internet oder Telefon erfolgt, können Onlinekunden von Schild sich bei Reparaturen und Beschwerden direkt an einen Schild-Laden wenden. Ebenfalls haben sie die Möglichkeit, bestellte Waren in einem Laden abzuholen oder sie dort wieder zu retournieren. Schild habe aber auch einen Geschwindigkeitsvorteil. Während Zalando-Kunden 4 Tage auf bestellte Waren warten müssten, könne Schild in den allermeisten Fällen innerhalb von 24 Stunden liefern. Möglich ist das, weil Schild mit seinen Logistikzentren viel näher an den Kunden ist als Zalando. Diesen Geschwindigkeitsvorteil will Schild zudem noch ausbauen. Das Ziel ist, dass Kundinnen innerhalb von Stunden das Kleidungsstück erhalten, was auch dem traditionellen Filialgeschäft neue Möglichkeiten biete. Mit der schnellen Lieferung könnten künftig alle Schild-Läden das gesamte Sortiment und auch sämtliche verfügbaren Grössen anbieten, sagt Herbert. Wenn nämlich ein Kleidungsstück in einem Laden nicht vorhanden sei, könne die Kundin in ein Probierkleid schlüpfen, unter den angebotenen Farben auswählen und wenn sie zu Hause ankomme, sei das bestellte Kleid bereits geliefert.

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