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Mit letzter Kraft über die Ziellinie

Die ZSC Lions wendeten die Blamage des frühen Playoff-Outs mit einem 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) gegen Lausanne ab. Bergeron erzielte den einzigen Treffer im Powerplay.

Die ZSC Lions haben es doch noch geschafft. Nicht mit Leichtigkeit, nicht mit dem Schwung und der Lockerheit der Qualifikation, aber mit der für sie grösstmöglichen Entschlossenheit rangen sie im siebten Viertelfinalspiel den unerwartet hartnäckigen Herausforderer Lausanne nieder. Damit geht für die souveränen Qualifikationssieger die Saison weiter, und zwar schon am Donnerstag. Sie treffen im Halbfinal auf den nächsten Gegner aus der Westschweiz. Der ist von der Qualität her ein ganz anderer Brocken als die Lausanner. Genf-Servette wird die Zürcher noch mehr fordern als es der Aufsteiger getan hat. Und das müsste für die Lions ein deutliches Zeichen sein. Die Leistung aus den Viertelfinals dürfte im Normalfall nicht reichen. Die Zürcher müssen sich weiter steigern, sonst geraten sie gegen die Genfer schnell in Rücklage. Denn auch der gestrige Abend zeigte: Sehr, sehr wenig fehlte, und die Lions hätten die Gründe für ein allzu frühes Saisonende erklären müssen. Sie retteten sich quasi mit letzter Kraf über die Ziellinie. Daniel Bang traf beim fast einzigen Konter der Lausanner nach drei Minuten nur den Pfosten, Andri Stoffel stand nach 16 Minuten nahe an einem Gegentor, das Goalie Lukas Flüeler mit einer grossen Parade verhindern konnte. Ein erneuter Rückstand gegen die Lausanner hätte den Lions einen noch schwereren Abend beschert, als er ohnehin schon war. Doch die Zürcher brachten das 0:0 in die erste Pause – und erar­bei­te­ten sich in den zweiten 20 Minuten das Übergewicht, das die Lausanner schliesslich zu Fall brachte. Bergerons Gewaltsschuss Eine Strafe am Ende des ersten Drittels überstanden die Lausanner, eine zweite ebenfalls. Das dritte Unterzahlspiel dauerte nur gerade fünf Sekunden. Luca Cunti gewann das Anspiel, Ryan Shannon versetzte mit einer Finte seinen Gegenspieler – und Marc-André Bergeron setzte eine Direktabnahme unhaltbar unter die Latte. Dieser Gewaltsschuss entschied die Partie nach 28:39. Dass Bergeron den Match schliesslich in die Hände der Zürcher brachte, war für die Gastgeber so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit. Denn der Kanadier hatte in Spiel 6 für eine Charge an John Gobbi die Fünfminutenstrafe kassiert, die den Lausannern den Sieg einbrachte. Aber Bergeron stand irgendwie auch in der Schuld der Mannschaft, denn schliesslich war es vor allem er gewesen, der mit seiner nonchalanten Art die Favoriten auf den Umweg geführt hatte. Auch Trainer Marc Crawford hatte die Aufgabe für sein Team nicht vereinfacht, indem er seinen Torhüter Lukas Flüeler kritisiert hatte. Seine Nummer 1 konnte gestern Abend mit diesem ungewöhnlichen Druck umgehen. In den wenigen Aktionen, die ihn forderten, war er bereit und vor allem sicher. Auch, weil seine Vorderleute nach dem Führungstreffer höchst vorsichtig auftraten und kein Risiko mehr eingingen. Nach der 1:0-Führung auf jeden Fall hatten die Lausanner im Prinzip nur noch eine Chance (55. Bang). Das kon­zen­trier­te Defensivspiel war ein wichtiger Grund für den sechsten Zürcher Sieg in nunmehr zehn «Belles», welche die Lions bestritten haben. Beide Teams bescherten den gut 10 000 Zuschauern dramatische 60 Minuten. «Lausanne spielte sehr gutes Playoff-Eishockey», lobte Lions-Sportchef Edgar Salis den Gegner. «Wir hätten ein billiges Tor gebraucht», kritisierte Lausanne-Trainer Heinz Ehlers. «Aber dieses Mal wollte es uns nicht gelingen.» Merci Lausanne Der Aufsteiger forcierte in den letzten Minuten seine Topspieler, um doch noch etwas zu erzwingen. Juha-Pekka Hytönen ging kaum mehr vom Eis. Aber er musste sich wie alle andern aus der Saison verabschieden. Die Lausanner dürften die einzigen Viertelfinal-Verlierer sein, die mit einem guten Gefühl in die Ferien reisen. Sie haben sogar mehr erreicht, als sie sich selber zutrauten. Ihre Fans dankten es ihnen in Zürich mit einem langen Applaus. Jeder einzelne wurde nochmals aufs Eis zurückgerufen und verabschiedet.

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