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Mit Zivilfahndern gegen Diebe

Die Kantonspolizei vergrössert ihren Stützpunkt am Hauptbahnhof. Die Mehrheit der neuen Ordnungshüter wird zivil auf Patrouille gehen und Langfinger aufspüren, die in den Läden oder im Gewimmel der Zugpassagiere und Pendler stehlen.

Heute sind auf dem Kantonspolizeiposten beim Hauptbahnhof jeweils rund zehn Polizisten im Einsatz. Je nach Tageszeit und Einsatzplan variiert die Grösse des Etats ein wenig. Bei der kantonalen Sicherheitsdirektion hat man nun entschieden, das Korps ab Frühling deutlich zu vergrössern. Wie viele neue Mitarbeiter der Polizeiposten am Bahnhof erhält, sei noch nicht klar, sagt Franz Bättig, Chef der Regionalpolizei. Es handle sich aber um eine «markante» Aufstockung, auch wenn der Bestand nicht gerade verdoppelt werde. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten des Postens verlängert. Heute schliesst der Schalter um 17 Uhr, künftig ist er auch in den Abendstunden besetzt, und es können Zwischenfälle gemeldet oder Anzeigen erstattet werden. Laut Bättig wird die Mehrheit der neuen Polizisten zivil in den Einsatz gehen, die Polizei will mit zusätzlichen zivilen Fahndern nämlich Jagd auf Diebe machen, die in Läden Waren klauen oder Bahnpassagiere bestehlen. Viele Nordafrikaner verhaftet Die Kriminalitätsstatistik habe gezeigt, dass die Diebstähle im vergangenen Jahr allgemein zugenommen hätten, so Bättig. Gestohlen werde nicht zuletzt an Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Auswertungen hätten zudem gezeigt, dass insbesondere Asylbewerber aus Nordafrika für die Taten verantwortlich seien. Die Feststellung entspricht einem Trend, der über Winterthur hinaus geht. Seit dem Beginn des Arabischen Frühlings vor zwei Jahren hat die Polizei vermehrt mit Tunesiern, Algeriern und Marokkanern zu tun, die straffällig geworden sind. Als Reaktion dar­auf hat die Kantonspolizei im Sommer 2012 die Aktion «Sahara» gestartet. Dabei wurden unter anderem die Kontrollen in Asyleinrichtungen, an Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln verstärkt. Sie fanden in Zusammenarbeit mit den Stadtpolizeien Zürich und Winterthur statt. Hierbei wurden über 900 Personen festgenommen, die aus Nordafrika stammen. Seit dem Start der Aktion ist die Zahl der verzeichneten Straftaten wieder leicht gesunken. Die Kantonspolizisten im Bahnhof Winterthur seien vor allem für das unmittelbare Bahnhofgebiet zuständig, man arbeite aber eng mit der Stadtpolizei Winterthur zusammen, die für die Umgebung des Hauptbahnhofes ja ebenfalls einen besonderen Einsatzplan festgelegt habe, erklärt Bättig. Die Stadtpolizei hat bereits im Sommer 2011 ihre Präsenz und ihre Kontrollen auf dem Bahnhofplatz und im Ausgangsviertel erhöht. Der damalige Polizeivorsteher Michael Künzle reagierte damit auf eine Häufung von Zwischenfällen an Wochenendtagen. Der Ausbau bei den Kantonspolizisten in Winterthur wird auch möglich, weil die kantonale Sicherheitsdirektion bis im Jahr 2014 die Kantonspolizei deutlich vergrössern will. Bis dann soll nämlich der Sollbestand von 2247 Polizisten erreicht werden. Derzeit fehlen noch rund 70 Stellen, um dieses Ziel zu erreichen.

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