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"Mitte" durch obligatorische Ausgaben nicht übermässig belastet

Das Wehklagen über den immer stärker geschröpften Mittelstand lässt sich statistisch nicht rechtfertigen. Von der Zunahme der staatlichen Abgaben sind in den letzten Jahren sämtliche Einkommensgruppen betroffen gewesen.

Wie sich die Belastung der "Mitte" durch obligatorische Ausgaben wie Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und Krankenkassenprämien entwickelt hat, zeigt eine Analyse des Bundesamtes für Statistik (BFS). Zur mittleren Einkommensgruppe werden Personen mit einem Bruttoeinkommen zwischen 3719 und 7968 Franken pro Monat (2011) gezählt.

Das BFS hat verschiedene Haushaltskategorien in allen Einkommensgruppen in drei Belastungsklassen eingeteilt: Tief belastete Haushalte geben weniger als 20 Prozent ihres Bruttoeinkommens für obligatorische Ausgaben aus, bei mittlerer Belastung sind es 20 bis 30 Prozent, bei höherer über 30 Prozent.

Zwischen 1998 und 2009-11 gingen die Anteile der Personen in den tief belasteten Haushalten aller betrachteten Haushaltstypen von 26 Prozent auf 17 Prozent zurück. Zugleich stiegen die Anteile hoch Belasteter in praktisch allen Gruppen, durchschnittlich von 25 Prozent auf 28 Prozent.

Zunahme trifft Reichere am stärksten

Die Belastung hat demnach gemäss BFS deutlich zugenommen. Am grössten ist die Zunahme in der einkommensstärksten Gruppe. Werden nur die mittleren Einkommensgruppen betrachtet, zeigt sich, dass die meisten davon zwar unterdurchschnittliche Anteile tief Belasteter aufweisen, aber jeweils besser abschneiden als ihre einkommensstarken Pendants.

Die Anteile an Personen mit mittlerer Belastung haben in der Einkommensmitte in allen betrachteten Kategorien zugenommen. In der Gesamtbevölkerung stieg der Anteil an Personen mit mittlerer Belastung im beobachteten Zeitabschnitt deutlich von 49 Prozent auf 55 Prozent an.

(sda)

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