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Mittelmeer-Anrainer gründen Task Force wegen Flüchtlingsdramen

Mit einer gemeinsamen Task Force wollen europäische und nordafrikanische Anrainerstaaten künftig weitere Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer verhindern.

Der grösste Handlungsbedarf bestehe derzeit beim Thema Einwanderung, sagte Tunesiens Staatschef Moncef Marzouki am Samstag zum Abschluss eines Gipfels von jeweils fünf Staaten der EU und im Maghreb in Maltas Hauptstadt Valletta. Auf seinen Vorschlag habe der sogenannte 5+5-Gipfel daher die Einrichtung einer Arbeitsgruppe beschlossen, die den Tod weiterer Bootsflüchtlinge auf dem Weg von Afrika nach Europa zu verhindern versuche.

"Es gibt tunesische, libysche Kinder, manchmal sehr kleine Kinder, die bei Schiffbrüchen sterben", sagte Marzouki. "Jeder Schiffbruch ist eine Katastrophe für Menschen. Diese menschlichen Dramen dürfen nicht hingenommen werden." Die Gipfelteilnehmer sollten ihre Bemühungen und Ressourcen bündeln, um den Tod weiterer Flüchtlinge zu verhindern. Dabei gehe es nicht um ein sicherheitspolitisches Vorgehen, sondern um einen "humanitären" Einsatz, forderte der tunesische Präsident.

Zugleich rief Marzouki die Jugend in seinem Land auf, Geduld mit der Regierung zu haben, die nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Zine al-Abidine Ben Ali im Januar vergangenen Jahres mit den Folgen von "mehr als 50 Jahren Korruption" zu kämpfen habe.

"Unsere Jugend hat grosse Ziele, aber wir können keine Wunder bewirken", sagte Marzouki. Zugleich warb er für europäische Investitionen, da Nordafrika dringend neue Infrastruktur brauche.

An dem zweitägigen Gipfel in Valletta hatten sich Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und Malta und von afrikanischer Seite Algerien, Marokko, Tunesien, Mauretanien und Libyen beteiligt.

Jedes Jahr versuchen Tausende Afrikaner, in oft überfüllten und nicht seetauglichen Booten in die Europäische Union zu gelangen. Während des Arabischen Frühlings war die Zahl vorübergehend deutlich angestiegen.

(sda)

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