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Moskau dementiert Angriff auf russische Panzerfahrzeuge in Ukraine

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben eine Kolonne gepanzerter russischer Fahrzeuge in der Ostukraine angegriffen. Ein Teil des Konvois "existiert nicht mehr", sagte ein Militärsprecher am Freitag.

Auf der Internetseite des ukrainischen Präsidentenamtes hiess es, ein "bedeutender Teil" des Verbandes sei durch Artillerie zerstört worden. Dies habe Staatsoberhaupt Petro Poroschenko auch dem britischen Premierminister David Cameron mitgeteilt.

Die britische Zeitung "The Guardian" hatte von 23 russischen Schützenpanzern berichtet, die in der Nacht die Grenze überquert hätten. Sie hätten dafür eine Lücke im Grenzzaun genutzt. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte hatte dazu, erklärt, dies passiere praktisch jede Nacht, um die Ukraine zu provozieren. "Die vergangene Nacht war da keine Ausnahme", sagte der Sprecher. "Einige gepanzerte Fahrzeuge sind herübergekommen."

NATO meldet Zustrom von Waffen und Kämpfern

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bestätigte die Grenzüberquerung. "Ich kann bestätigen, dass wir vergangene Nacht einen russischen Einmarsch über die ukrainische Grenze beobachtet haben", sagte Rasmussen in Kopenhagen.

Und: "Ich kann bestätigen, dass wir einen kontinuierlichen Zustrom von Waffen und Kämpfern aus Russland in die Ostukraine beobachten. "Das ist ein klares Anzeichen für eine fortdauernde Beteiligung Russlands an der Destabilisierung der Ostukraine."

Russland dementierte: "Eine russische Militärkolonne, die die Grenze zur Ukraine überquert haben soll, existiert nicht", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow am Freitag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. "Weder am Tag, noch in der Nacht" sei ein solcher Konvoi auf ausländisches Gebiet gefahren. "Aber es ist immer noch besser, die ukrainische Artillerie schiesst auf ein Phantom und nicht auf Flüchtlinge oder die eigenen Soldaten", sagte Konaschenkow.

Russland warf der Ukraine erneut die Verwendung verbotener Waffen bei ihrer "Anti-Terror-Operation" vor. Es gebe Hinweise, dass die Armee Phosphorbomben gegen Zivilisten eingesetzt habe, sagte ein Moskauer Militärsprecher. Die Führung in Kiew weist dies zurück.

Hilfsgüter aus Russland kontrolliert

Rund 60 ukrainische Zollbeamte kontrollierten derweil die umstrittenen russischen Hilfsgüter für das Krisengebiet an einem Grenzort. Anschliessend sollten die Waren unter Leitung des Roten Kreuzes in die umkämpfte Grossstadt Lugansk gebracht werden, wo prorussische Separatisten von schweren Gefechten sprachen. Russland hat nach eigenen Angaben rund 2000 Tonnen Hilfe für die notleidenden Menschen bereitgestellt.

Die Hilfe des Roten Kreuzes soll vor allem die Menschen in Lugansk erreichen. Neben dem russischen Hilfskonvoi schickte die ukrainische Regierung eine eigene Lieferung mit rund 800 Tonnen Hilfsgütern auf den Weg. Rund 300 Tonnen seien bereits am Sammelpunkt Starobelsk nördlich des umkämpften Gebiets angekommen, teilte der Zivilschutz mit. Sie wurden unter Aufsicht des Roten Kreuzes abgeladen.

Weiter heftige Kämpfe

Regierungstruppen und prorussische Separatisten setzten ihre Kämpfe in der ukrainischen Stadt Donezk mit unverminderter Härte fort. Bei Beschuss seien mindestens elf Zivilisten getötet worden, teilte der Stadtrat mit. Die Armee berichtete, fünf Soldaten seien getötet worden. Auch Lugansk stehe weiter unter Beschuss, teilte die örtliche Stadtverwaltung mit. Die Menschen dort sind fast zwei Wochen ohne Strom und Wasser.

Die Ukraine kämpft seit Wochen gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes. Die Spannung zwischen der Regierung in Moskau und der Ukraine haben die Furcht von einem Krieg zwischen den beiden Staaten geweckt.

Aussenminister-Treffen am Sonntag in Berlin

Der ukrainische Aussenminister Pawlo Klimkin trifft nach eigenen Angaben am Sonntag in Berlin seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow. An dem Treffen würden auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius teilnehmen, teilte Klimkin am Freitag auf Twitter mit. "Ob eckiger oder runder Tisch, wir müssen reden", schrieb er.

(sda)

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