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Motocross bedeutet ihm alles

Der bald 17-jährige Truttiker Ramon Keller fährt erst seit drei Jahren Motocross. Doch in dieser Saison fährt er allen davon: Die letzten sechs Rennen gewann er mit grossem Abstand.

Ramon Keller ist in den letzten drei Jahren immer besser geworden. Bereits in der letzten Saison war er unter den besten zehn Fahrern der Kategorie Nachwuchs der SAM-Meisterschaft (Schweizerischer Auto- und Motorradfahrer-Verband) zu finden. In diesem Jahr führt er die Meisterschaft an – mit 92 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Daran konnten ihn auch zwei Schlüsselbeinbrüche nicht hindern – einer davon Anfang des Jahres. Deswegen konnte er zwar das erste Rennen nicht bestreiten, doch diesen Rückstand holte er schnell auf. Er steigerte sich von Mal zu Mal und ist seit sieben Rennen ungeschlagen. Dabei holte er nicht nur jeweils den Tagessieg, sondern gewann auch alle Rennläufe mit grossem Abstand.

Ramon Keller lebt in Truttikon auf dem Hof seiner Eltern. Dort hat er seine eigene, grosse Töffwerkstatt in einem Nebengebäude eingerichtet. Erst seit drei Jahren fährt er Motocross, doch das bedeutet ihm alles. «Es macht mega viel Spass. In meinem Leben habe ich nicht viel gemacht, was mir ebenso grossen Spass ­gemacht hat», sagt er strahlend. In den Ausgang geht er selten, eine Freundin hat er nicht, und auch beruflich hat er mit Töffs zu tun: Er macht bei Sigi Zachmann eine Lehre als Töff-Mechaniker.

Mit ihm verbindet ihn viel, denn auch in Zachmanns Juniorenteam ist er aufgenommen ­ und erhält einmal im Monat mit den anderen Crösslern Tipps und Tricks vom Meister. Davon kann er enorm profitieren. In seiner Freizeit übt er oft auf offiziellen Pisten oder auch auf dem Land seiner Eltern und versucht, das Gelernte dabei umzusetzen.

«Lieber spät, dafür richtig»

Bevor Ramon Keller bei seinen ­Eltern durchsetzen konnte, Motocross zu fahren, brauchte er Geduld und einen langen Atem. Sein Vater, Florian Keller, fuhr und fährt zwar selbst Motocross, wollte Ramon aber nicht zu früh die­se Sport­art ausüben lassen. «Wir be­fürch­teten, dass seine Moti­vation schnell wieder verloren geht, wenn er zu früh damit be­ginnt», berichtet er von den elterlichen Überlegungen. Er fährt fort: «Lie­ber spät, dafür dann richtig, war unsere Devise.» Diese Taktik hat sich bewährt. Auch Ramon Kel­lers Erfahrungen vom früheren Cross-Country-Mountainbike-Fahren kom­men ihm heute zugute. Nicht nur bei der Kondition.

Guter Zusammenhalt

Denn Kondition brauchen Motocross-Fahrer, auch wenn Zu­schau­er oft meinen, dass die Maschine fährt und die Piloten nur dar­auf sitzen. Es ist anstrengend, ein Rennen durchzufahren – erst recht im Schlamm. Ramon Keller liebt aber nicht nur das Fahren, sondern schätzt auch den Zusammenhalt mit seinen Motocross-Kollegen. In den Fahrerlagern, bei den im Sommer an fast je­dem Wochenende stattfindenden Rennen geniesst er das Zusammensitzen mit Gleichgesinnten. Dann wird gefachsimpelt, Tipps werden ausgetauscht, und natürlich wird auch gelacht. Meist ist Keller in Begleitung seiner Eltern unterwegs.

Für das kommende Jahr hat ­Ramon Keller auch bereits Pläne. Er wird in der SAM-Meisterschaft dann bei den Masters MX2 mitfahren und hofft, dort wieder unter den zehn Besten zu sein. Grössere Priorität wird aber die Teilnahme an den FMS-Rennen der Junioren (Föderation der Motorradfahrer der Schweiz) haben.

Christina Schaffner

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