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Mozarts Qualitäten zur Geltung gebracht

Das Musikkollegium widmete den Samstagabend dem Meister Wolfgang Amadeus Mozart. Ein Konzert voller Spielfreude.

Das Musikkollegium hat sich für die zu Ende gehende Konzertsaison einen speziellen Akzent ausgedacht. Mehrfach hat es ganze Abende den Werken eines einzelnen Komponisten gewidmet, und jedes Mal hat man dieselbe Erfahrung gemacht: Man hat das bestimmte Gefühl mit nach Hause getragen, dem Stil dieses Komponisten ein grosses Stück näher gekommen zu sein.

Diesmal war nun Wolfgang Amadeus Mozart an der Reihe. Die Musiker trafen eine sorgfältige Auswahl aus Mozarts Kammermusikschaffen, in der alle Qualitäten des Komponisten zur Geltung kamen. Die Interpreten wussten die vier Werke mit In­itia­ti­ve und Kompetenz zur Geltung zu bringen.

Die Eingangssätze waren einander insofern ähnlich, als sie Festlichkeit, Spielfreude und instrumentale Bravour enthielten: Demjenigen des C-Dur-Quartetts für Flöte, Violine, Viola und Cello folgten das Thema des Andantino und Variationen. Die vier Stimmführer des Kollegiums, Dimitri Vecchi (Flöte), Ralph Orendain (Violine) Nicolas Corti (Viola) und Annikó Illènyi, vermochten dank unterschiedlichen solistischen Einsätzen und ihrem persönlichen und en­sem­bletechnischen Können durchwegs hohe Wirkung zu erzielen. Das Kräfte- und En­sem­blespiel zwischen der eher dominierenden Flöte und den Streichern war vorbildlich.

Das Quartett für Oboe, Violine, Viola und Cello in F-Dur wirkte infolge der ähnlichen Besetzung als Schwesterwerk des Eröffnungsstücks. Zudem liegen die beiden Entstehungsdaten nicht weit voneinander entfernt (1778 und 1781). Aber das Spiel zwischen Dur- und Mollphasen ist deutlicher und wohl auch etwas dramatischer, und etliche Imitationen sorgen für mehrstimmige Momente. Das brachten die drei Streicher zusammen mit der Oboistin Maria Surnacheva in harmonischer Einigkeit zu spannender Wirkung, wenn auch hie und da die Forti und gewisse Crescendi etwas extrem resultierten.

Einen Genuss bescherte der junge Pianist See Siang Wong mit einem Vortrag der Klaviersonate in C-Dur, die als Werk des «Patenonkels» Beethoven gelten darf. Beide Autoren waren glänzende Pianisten mit Sinn für die Charaktere der wechselvollen Figuren und deren Varianten. Und das darf auch von See Siang Wong gesagt werden. Die geistvolle Präsenz des Triolenspiels im Finale und dar­über immer dieser Klang seines gekonnten Klavierspiels – das rief einen stürmischen Applaus hervor. Den Schluss bildete das «Kegelstatt»-Trio für Klarinette, Klavier und Viola von 1786. Gemäss einer Legende schrieb es Mozart neben kegelspielenden Leuten. Zu den bereits gehörten Künstlern Nicolas Corti und See Siang Wong trat jetzt noch der Klarinettist Armon Stecher und brachte den dritten klassischen Holzbläserklang zu Gehör. Mit seinem Streicher und dem Pianisten interpretierte er das heitere, lebensvolle Werk voller Verve. Ob die damaligen Kegler je etwas von diesem Meisterwerk zu hören bekommen haben?

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