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Multimillionär kaufte das Riis-Team

LONDON. Der russische Multimillionär Oleg Tinkow hat dem früheren Tour-de-France-Sieger Bjarne Riis die WorldTour-Lizenz für dessen Saxo-Bank-Radteam abgekauft. Der Däne soll aber «mindestens für die nächsten drei Jahre» für die sportlichen Belange im Tinkoff-Saxo-Team zuständig sein.

An einer Pressekonferenz im Hauptquartier der Internetsuchmaschine Google in London jubelte der neue Rennstall-Besitzer: «Ich habe jetzt mein Topteam, mit Riis den besten Sportchef und mit Alberto Contador den besten Radprofi – ich bin glücklich.» Noch im Sommer hatte Tinkow, der im Juli 2012 als Co-Sponsor beim Team Saxo-Bank eingestiegen war, über den zweifachen Tour-de-France-Sieger Contador gehöhnt: «Zu reich – zu wenig Hunger». Die dänische Saxo-Bank rückt unterdessen hinter den neuen Hauptsponsor in die zweite Reihe der Geldgeber des Teams.

Riis, der 2007 gestanden hatte, bei seinem Tour-de-France-Erfolg 1996 gedopt gewesen zu sein, droht allerdings ein Arbeitsverbot. Die dänische Anti-Doping-Agentur ADD will zum Jahresbeginn die Ermittlungsergebnisse gegen den 49-Jährigen vorlegen, der als Teamchef Fahrern den Weg zu Manipulationen geebnet haben soll. Entsprechend hatte sich in der Vergangenheit auch Ex-Profi Jörg Jaksche geäussert, der unter Riis 2004 bei CSC fuhr. Der Däne war auch von den dopinggeständigen Ex-Profis Michael Rasmussen und Tyler Hamilton beschuldigt worden. Dass der Verkauf mit den Ermittlungen zusammenhänge, bezeichnete Riis als «pure Spekulation». Auf jeden Fall hat sich für den Dänen der Deal gelohnt. Die «Gazzetta dello Sport» mutmasst, Riis verdiene in seiner neuen Rolle rund eine Million Euro pro Jahr. Für die Lizenz soll Tinkow sechs Millionen Euro bezahlt haben.

2005 hatte der Russe das Team Tinkoff gegründet. Im Folgejahr und 2007 engagierte der exzentrische Bank- und Restaurantkettenbesitzer den Doping-gesperrten Hamilton, der später zum Kronzeugen gegen Lance Armstrong wurde, und den unter Dopingverdacht stehenden deutschen Sprinter Danilo Hondo. Auch Jaksche, der sich als Kunde des Dopingarztes Eufemiano Fuentes geoutet hatte, unterschrieb einen Vertrag. (si)

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