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Museum muss verfrüht umziehen

Die Stadt hat festgelegt, dass das Museum Briner & Kern Ende Oktober schliessen muss, ohne dass es für die Sammlungen eine befriedigende Anschlusslösung gibt.

«Die Stadt ist Weltmeisterin im Verschleppen», ärgert sich Beat Wolfer, Präsident der Stiftung Jakob Briner. Seit fast zwei Jahren weiss die Stadt, dass das Museum Briner & Kern vom Rathaus ins Parterre des Museums Oskar Reinhart zügeln soll (siehe Kasten Vorgeschichte). Doch es gibt ein Problem: Die Stadt als Liegenschaftseigentümerin hat bisher die nötigen Anpassungsarbeiten in den vorgesehenen Räumen aufgeschoben. Trotzdem hat sie nun festgelegt, dass das Museum Briner & Kern per Ende Oktober schliessen muss. Die Stadt informierte dar­über jedoch nicht selber. Der Präsident der Stiftung Jakob Briner gab den Schritt bekannt. Auf Nachfrage benennt Nicole Kurmann, Bereichsleiterin Kultur bei der Stadt, eine geplante Ausstellung mit dem Thema «Oranje! Meisterwerke holländische Malerei» im Museum Oskar Reinhart als Anlass für den Auszug aus dem Rathaus. In dieser Ausstellung werden die heute im Rathaus ausgestellten Werke vom 29. November bis 5. April gezeigt. Für Wolfer ist dies eine Ausrede: «Die Ausstellung sehen wir höchstens als Übergangslösung. Langfristig gibt es noch keinen passenden Standort.» Immer wieder habe man auf eine Lösung gedrängt. Die Stiftung habe die Umbauplanung bezahlt und angeboten, bei der Finanzierung der Umbauten mitzuhelfen. Auf rund 250 000 Franken beziffert Wolfer die Kosten dafür. «Doch wir haben nie eine Antwort erhalten.» Planung verzögert Kurmann sagt, man wisse von diesem Angebot, es habe sich jedoch nicht konkretisiert. Dass man mit dem Umbau nicht weiter sei, liege daran, dass sich die Planung verzögert habe: «Wir wollten das Ergebnis der städtischen Investitionsplanung abwarten.» Sie ist aber zuversichtlich, dass bis April zumindest klar ist, wie es weitergeht: «Wir prüfen noch, in welchem Umfang wir umbauen wollen.» Dass eine Renovation nötig ist, hält Wolfer für unbestritten: «Die vorgesehenen Räume erfüllen die qualitativen, sicherheitstechnischen und klimatischen Anforderungen nicht. In einem Raum befinden sich heute Garderobekästen und Kleiderhaken.» Klar ist, dass es am alten Ort keinen Zeitdruck für einen schnellen Umzug gab. Es ist kein Mietnachfolger vorhanden. «Zuerst werden die Räume renoviert und auf 1. Januar suchen wir einen Nachfolger», erklärt Erich Dürig, Immobilienchef der Stadt. Für Wolfer ist noch offen, was nach der Ausstellung im April passiert: «Das Stiftungsstatut gibt vor, dass die Werke der Öffentlichkeit gezeigt werden. Ist dies im Museum nicht möglich, müssen wir eine Alternative suchen.» Die Freunde der Sammlungen Briner & Kern zeigen sich in einer Mitteilung betroffen über die Schliessung: «Das Vorgehen ist problematisch und gefährlich: Der Stadt geht nach 40 Jahren ein intimes und unter Kennern international geschätztes Museum verloren», sagt Vorstandsmitglied Harry Joelson. Zudem setze man für potenzielle Gönner ein verheerendes Signal: «Bedeutende Leihgaben aus Privatbesitz werden nach der Ausstellung zurückgezogen werden», so Joelson. Marc Fehlmann ist Konservator des Museums Briner & Kern und Direktor des Museums Oskar Reinhart. Er beziffert die Einsparungen durch den Umzug auf rund 300 000 Franken. Zudem gehen drei Teilzeitstellen verloren, die durch «natürliche Fluktuation innerhalb der Museen aufgefangen» würden. Fehlmann glaubt, dass man für die Sammlungen Briner & Kern bis April 2015 eine Lösung finden wird. Die Miniaturen seien kein Problem, weil sie abwechslungsweise ab Januar 2015 in der Eingangshalle gezeigt werden können. Eine Her­ausforderung stellten hingegen die über 100 Gemälde der Stiftung Jakob Briner dar.

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