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Musik mit dem Körper hören

Altikon?Yvonne Frei aus Altikon ist die erfolgreichste Line-Dance-Tänzerin der Schweiz. Zwar haben schon mehrere Line Dancer in der Schweiz einen Weltmeister­titel erreicht – Megastar wurde bisher aber nur sie.

Yvonne Frei steht in einem klassischen Kleid für Tanzturniere auf der Bühne. Der hellgrüne Stoff ist leicht und schwingt bei jeder Bewegung mit. Das Kleid ist knöchellang und am Saum sehr weit – so wie man es für Walzertänze trägt. Die Bewegungen sind grazil, sie scheint über die Tanzfläche zu schweben. Mit ihr tanzen weitere Personen auf der Tanzfläche, alle ohne Partner. Line Dance tanzt man alleine. «Der Wettkampf- Line-Dance, welchen ich betreibe, ist nicht zu vergleichen mit Country-Line-Dance.»

Gesamteindruck zählt

Line Dance als Wettkampf ist sehr anspruchsvoll. Er beinhaltet Musikstile wie: Cha-Cha-Cha, Rumba, Walzer, Lilt und andere, auch Hip-Hop oder Funk gehören dazu. Bei den Turnieren werden verschiedene Kriterien bewertet: ob die Technik perfekt ist, die Präsenz auf der Tanzfläche wirkt, die Choreografie abwechslungsreich und der Schwierigkeitsgrad hoch genug ist; kurzum der gesamte Eindruck perfekt ist.

Um Megastar in der Alterskategorie Regal (König) zu werden, muss die Tänzerin in zwei Kategorien total sechs Punkte ertanzen. Pro Turnier kann man maximal einen Punkt erreichen – was wiederum heisst, dass man mindestens sechs Turniere gewinnen muss. Um dies zu erreichen, hat Yvonne Frei 18 internationale Turniere bestritten.

Um auf einem Niveau zu tanzen, wie es Yvonne Frei tut, braucht es eiserne Disziplin und Leidenschaft für den Sport. Sie tanzt täglich, trainiert viermal die Woche Fitness, besucht regelmässig Workshops und nimmt ausserdem Privatstunden bei ihrer Trainerin Vanessa Häni. «Das hört sich sehr anstrengend an, aber für mich ist der grosse Spass, der Nervenkitzel und die Motivation, noch besser zu werden, Ansporn für die erbrachten Leistungen.»

Selbstkritik und Ehrgeiz

Seit sechs Jahren bestreitet die 56-Jährige internationale Wettkämpfe, eigentlich eine kurze Zeit für einen solchen Erfolg. Dabei sei sie nicht einmal talentiert, sie habe einfach den Willen, zu gewinnen, und keine Gelegenheit ausgelassen, zu trainieren. «Das Wichtigste in diesem Sport ist die Selbstkritik und der Ehrgeiz», ist Yvonne Frei überzeugt. Man müsse immer an sich arbeiten und dürfe nie mit sich zufrieden sein.

Ganz nach dem Credo, dass man auf dem Höhepunkt der Karriere aufhören müsse, zieht sich Yvonne Frei aus dem wettkampfmässigen Line Dance zurück. «Der Aufwand ist mir einfach zu gross.» Ausserdem sind die Reisen an die Wettkampfstätten und die Kostüme sehr teuer. Dem Tanzsport bleibt sie aber treu: «Ich möchte eine Ausbildung als Kampfrichterin machen, und ich unterrichte mittlerweile selber.»

Auf Yvonne Frei übt Line Dance eine grosse Faszination aus. Man könne sich auf viele verschiedene Arten von Bewegungen ausdrücken. Die Intensität und die Technik der Schritte seien anspruchsvoll. «Line Dance ist Musik hören mit dem Körper.» Ausserdem sei Line-Tanzen etwas für das Gemüt: «Es gibt kaum einen anderen Sport, in dem es so viele glückliche Menschen gibt. Oder haben Sie schon jemals einen lachenden Jogger gesehen?»

Line Dance ist ein sehr geselliger Sport, das gemeinsame Erlebnis steht im Vordergrund. Die Altikerin ist überzeugt, dass noch viel mehr Leute von ihrem Sport begeistert wären, wenn sie davon wüssten. Line Dance können alle machen und das Alter spiele überhaupt keine Rolle. «Viele Line Dancer sind über 30 Jahre alt.» Daniela Oegerli

Die 24. Swiss Open (Schweizer Meisterschaften) finden in Winterthur vom 5. bis 7. September im Hotel Banana City statt.

www.scwda.ch

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