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Musizieren mit politischer Note

Am «Tag der Musik» gingen Musikerinnen und Musiker auf die Strasse, um zu spielen. Sie machten dabei auf ihre Interessen aufmerksam.

Die ganze Schweiz sollte am Samstag klingen und die Bevölkerung für die Abstimmung «Musikalische Bildung» vom 23. September mobilisieren. Auch in Winterthur. Dort lockten im Rathausdurchgang die Winterthurer Symphoniker zahlreiche Zuhörer an. Von Weitem schon waren die Geigen, Celli und Hörner zu hören. Aufgeführt wurde die «Sinfonia concertante» in Es-Dur, KV 364, für Violine, Viola und Orchester von Mozart. Angesichts der ungewöhnlichen «Konzerthalle» eine besondere Herausforderung. Da bahnte sich mitten im Spiel auch einmal ein Passant seinen Weg durch die dicht gedrängten Zuschauerränge. Auch vor dem Rathausdurchgang in der Marktgasse blieben Passanten stehen und liessen sich von Mozarts Klängen verzaubern. «Eine rundum gelungene Sache», freute sich Lukas Hering, Leiter der Jugendmusikschule Winterthur und Umgebung. Zusammen mit dem Konservatorium Winterthur, der Musikschule Prova und dem Schweizerischen Musikpädagogischen Verband (SMPV) hat er den «Tag der Musik» in Winterthur mitorganisiert.

Auch am Kirchplatz und in der Marktgasse liessen Gitarrenklänge und Gesang die Einkaufenden verweilen. Immer wieder gab es Applaus und anerkennende Worte aus dem Publikum. Vor und während der Konzerte wurden von Helfern Abstimmungsflyer verteilt. Darin machten die Musikerinnen und Musiker auf ihre Interessen aufmerksam. Zur Einstimmung auf die Endphase des Abstimmungskampfes für den neuen Verfassungsartikel «Musikalische Bildung» hatten sie ihre Instrumente und Noten ausgepackt. Sämtliche Verbände im Bereich Profi- und Laienmusik hatten sich schweizweit an der Aktion beteiligt. Die musizierende Eidgenossenschaft wollte am «Tag der Musik» sicht- und hörbar in Erscheinung treten und für die Vorlage werben.

Das Schulfach aufwerten

Musik sei ein Kulturgut ersten Ranges, betonten die Organisatoren. Musizieren fördere die seelischen und geistigen Qualitäten junger Menschen und trage zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung bei. «Bei der Abstimmung vom 23. September wird über die Zukunft der musikalischen Bildung in der Schweiz entschieden», sagte Lukas Hering. Mit dem neuen Verfassungsartikel solle das Fach Musik aufgewertet werden und den Status erhalten, den der Sport bereits habe. Die Vorlage verlangt, dass die musikalische Bildung gleichberechtigt in den allgemeinen Unterricht integriert wird. Alle sollen unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern das Recht bekommen, Unterricht an einer Musikschule zu erhalten.

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