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Mutter will einen Schlussstrich ziehen

Die Mutter des Fünfjährigen, der 2010 in Winterthur von seinem Vater getötet worden ist, will nicht weiter Genugtuung verlangen.

Die Tötung eines Jungen in einem Hotel in der Winterthurer Altstadt durch seinen Vater sorgte als Fall Bonstetten für Schlagzeilen. Die Mutter des Kinds hat nun entschieden, ihre Forderung an die Behörden von Bonstetten um Genugtuung fallen zu lassen. Sie fühle sich erschöpft und sie wolle mit der Sache abschliessen, erklärte ihr Anwalt gestern ge­gen­über dem SRF-Regionaljournal Zürich-Schaffhausen.

Nicht vorhersehbar

Die Behörden von Bonstetten hatten dem Vater das Sorgerecht für den Buben zugesprochen, obwohl bekannt war, dass er im Jahr 1990 schon seinen ersten Sohn hatte töten wollen. Laut den Gerichten hatten sie das Verhalten des Vaters ge­gen­über dem jüngeren Sohn dennoch nicht vorhersehen können. Im Januar hat das Bundesgericht entschieden, die Gemeindebehörden und eine im Sorgerechtsstreit beigezogene Psychologin hätten sich nicht strafrechtlich zu verantworten.

Am 26. Februar 2010 hatte der Vater mit dem Kleinen, der am folgenden Tag seinen fünften Geburtstag hätte feiern können, in einem Winterthurer Hotel ein Zimmer bezogen. Dort verabreichte er dem Kind eine Überdosis Schlafmittel und erstickte es anschliessend mit einem Kissen. Das Bezirksgericht Winterthur verurteilte ihn für diese Tat im August 2013 zu einer 18-jährigen Freiheitsstrafe. Von einer Verwahrung sah es hingegen ab. Der Staatsanwalt hatte eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und Verwahrung gefordert. Der Verurteilte zog das Urteil ans kantonale Obergericht weiter, wo der Fall noch hängig ist. (sda)

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