Zum Hauptinhalt springen

Nach dem Exerzieren die Schneeballschlacht

Die Elgger Äschli-­Kompanie hat gestern für den Knabenumzug am Aschermittwoch geübt. Hauptmann Mathis Bart sorgte dafür, dass auch Zeit zum Spielen blieb.

Über mangelnde Disziplin kann sich Hauptmann Mathis Bart nicht beklagen. Punkt elf steht seine Kompanie in Reih und Glied, fertig zum Abmarsch Richtung Schützenhaus. Dort hält die Äschli-Kompanie an diesem ­kühlen Sonntag in Elgg ihre ­wöchentliche Übung ab. Angeführt von vier Pfeifern und mit vielen Eltern im Schlepptau, zog die Kompanie vom Werkgebäude bis zum Schützenhaus. Dort erklärte Mathis den Abteilungsleitenden den Übungsablauf: Seilziehen, Exerzieren und Bräteln standen zum Beispiel auf dem Programm. «Brätlistecken haben wir nicht genug», erinnerte Mathis. «Legt die gebrauchten also bitte wieder zurück oder gebt sie weiter. Auf jeden Fall dürft ihr sie nicht verbrennen.» Die jungen Herren nahmen es lachend zur Kenntnis, sie wussten genau, wer von ihnen beim Vorbereiten nicht richtig ­gezählt hatte. Die Elgger Äschli-Kompanie führt zwischen der Wahl des Äschli-Hauptmanns am 1. Januar bis zum Umzug am Aschermittwoch jedes Wochenende eine Übung durch. Für diese ist jeweils der Äschli-Hauptmann zuständig. «Der Aufwand ist aber nicht so gross», sagt Mathis. «Ich muss mir jeweils neue Spiele überlegen, den Ablauf planen und Helfer organisieren.» Die Übungen sollen eine Mischung aus verschiedenen Spielen und Vorbereitung für den Umzug sein. Besonders die Handhabung der Geräte müsse geübt werden. So waren denn auch die Kanoniere besonders sorgfältig am Werk. Konzentriert wurde die Kanone mit Schiesspulver und Zeitungsfetzen gestopft. Alle traten zurück, viele hielten sich die Ohren zu und einer durfte mit einer Fackel die Lunte entzünden. Es zischte, es knallte, und der Nächste war an der Reihe. Kein Nachwuchsmangel Der über fünfhundert Jahre alte Brauch wird von der Aschermittwochsgesellschaft rege gepflegt. Und es scheint an Nachwuchs nicht zu mangeln. Gegen 90 Knaben zwischen Kindergarten und Oberstufe sind in der diesjährigen Kompanie vertreten. «Die heutige Übung ist etwas speziell, denn heute sind die Eltern eingeladen», erklärte Vizepräsident Michael Beuggert. Zudem wurde an dieser Übung das Hauptquartier der Äschli-Kompanie für den kommenden Umzug gewählt. Es wird das Restaurant Eintracht sein. Während Mathis sich Kuchen gönnte, formierten sich die Armbrustschiesser zum Seilziehen. Im Schnee erwies sich das als gar nicht einfach. «Jetzt sollen die Eltern aber auch mithelfen», rief einer. Die Mamis und Papis schienen darauf gewartet zu haben. Die Pfeiffer machten sich derweil auf in ein kleines Waldstück, wo gebrätelt wurde. Von weitem hörte man ihr Kommen, das Musikstück wurde souverän gespielt. Beim Schützenhaus hatte sich eine inoffizielle Schneeballschlacht entwickelt und ein Lanzenträger hielt ungeduldig den Cervelat in die Flammen. Claudia Peter

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch