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Nach den Schotten die Katalanen

Ein gelb-rotes Meer so weit der Blick reicht. Zigtausende Menschen in gelben und roten T-Shirts füllten gestern die beiden Hauptverkehrsachsen der katalanischen Hauptstadt Barcelona und demonstrierten für die Unabhängigkeit von Katalonien.

Hunderttausende, nach Schätzung der Veranstalter vielleicht sogar mehr als eine Million Menschen, demonstrierten gestern – am katalanischen «Nationalfeiertag» – für die Abspaltung Kataloniens von Spanien. Und für das Recht, eine für den 9.November geplante Volksabstimmung über die Unabhängigkeit abhalten zu dürfen. Es war einer der grössten Protestmärsche, die Katalonien bisher gesehen hat.

Regierungschef ist dagegen

Doch ob das geplante Referendum tatsächlich stattfinden wird, ist völlig offen. Das spanische Parlament in Madrid hatte im Frühjahr den Antrag Kataloniens, das Volk zur regionalen Zukunft zu befragen, mit grosser Mehrheit abgelehnt. Und ohne Zustimmung des Kongresses ist ein Referendum verfassungswidrig.

Kein Bruch

Im Gegensatz zu Schottland, wo am 18.September definitiv über die Abspaltung von Grossbritannien abgestimmt wird, soll das katalanische Referendum aber noch nicht den Bruch herbeiführen. Sondern das Ergebnis werde nur «konsultativen Charakter» haben, versichert der katalanische Ministerpräsident Arturo Mas, um den künftigen politischen Kurs festzuklopfen. Und warnte Spaniens Regierungschef Rajoy, dass man sich in Sachen Volksbefragung nicht beirren lassen werde: «Ein Volk zum Schweigen zu bringen, das sich äussern möchte, ist ein Fehler.»

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