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Nach etlichen Anläufen kommt endlich die Velounterführung

Vier Jahrzehnte nach den ersten Skizzen soll 2020 die Velounterführung im Bahnhof erstellt sein. Die Strecke wird 210 Meter lang.

Im Dezember 2020 will die Stadt Winterthur eine wichtige Lücke im städtischen Radnetz schliessen: Die lang ersehnte Velo­unterführung im Bereich der Milchrampe wird dann das Neuwiesenquartier mit der Altstadt verbinden. Die 210 Meter lange Passage führt an der Velostation Stellwerk vorbei und verläuft parallel zur neuen Fussgängerunterführung, wobei sich die Velofahrer nur auf einem Drittel der Strecke in einem Tunnel befinden. Der Rest ist offen gestaltet; zum einen oben ungedeckt, zum andern mit Sichtkontakt zur Fussgängerpassage, unterbrochen nur durch Take-aways und Kioske. Die Zufahrten kommen in der Turnerstrasse, wo heute Taxis stehen, und in der Rudolfstrasse zu liegen. Das Projekt «Veloquerung Nord» wird mindestens 27 Millionen Franken kosten. Bis Ende Jahr entscheidet der Bund, ob er die erwarteten sechs Millionen aus dem Verkehrsagglomerationsprogramm spricht. Schon 1982 skizziert, aber verworfen Der Notwendigkeit dieser Unterführung ist man sich seit Jahrzehnten bewusst. Bereits 1982 war die Idee in einem Gesamtplan enthalten. Später wurden drei Varianten ausgearbeitet; am aussichtsreichsten war die Querung von der Rudolf- zur Museumsstrasse für 3,9 Millionen Franken. Doch der Stadtrat stellte einen Ablehnungsantrag: Unterirdische Anlagen würden von den Benützern nur sehr zögernd akzeptiert, lautete ein Argument. Seit 2009 ist es eigentlich beschlossene Sache, dass dereinst Velofahrer unter dem Bahnhof durchradeln werden. Damals bewilligten die Winterthurer Stimmberechtigten mit einer Zweidrittelmehrheit den Rahmenkredit für den «Stadtraum Bahnhof» und damit auch für die Veloquerung. Dennoch sind seither immer wieder Zweifel am Vorhaben aufgekommen. So monierte die Velolobby, am Bahnhof würde zuerst alles andere – wie das Pilzdach – erstellt, und am Ende fehle das Geld für die Velopassage. Tatsächlich war in der Abstimmungszeitung von 2009 noch zu lesen gewesen: «Realisierungsbereit ab 2012». Im Rückblick ist diese Verzögerung unter Bauvorsteherin Pearl Pedergnana (SP) mit deutlichen Verbesserungen am Projekt gerechtfertigt. Unter ihrem Amtsvorgänger Walter Bossert (SP) hatte dem stiefmütterlich behandelten Dossier gar noch die Ausmusterung aus dem Kreditpaket zur Bahnhofneugestaltung gedroht. Erst unter Druck des Parlaments blieb es drin. Wo man sich auch nachts und als Frau wohlfühlt Pedergnana übernahm das Projekt, zeigte sich davon aber nicht überzeugt und rollte die Planung neu auf. «Ich möchte eine Velounterführung, in der man sich auch nachts und als Frau wohlfühlt», sagte sie 2011. In der neuerlichen Auslegeordnung entstand schliesslich die Kombivariante mit Fussgänger- und Velounterführung, an der die Stadt seither festgehalten hat. Läuft nun alles nach Plan, werden die Velofahrer in sechs Jahren an Weihnachten mit der Bahnhofunterführung beschenkt. Dann haben sowohl der Slalom durch die Pendler als auch die Abfahrt auf der dicht befahrenen Wülflingerstrasse endlich ein Ende.

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