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Nach Fusion der Buch-Riesen: Kleine Händler wittern ihre Chance

ZÜRICH/WINTERTHUR. Mit einer Fusion wollen sich die grossen Buchhändler Orell Füssli und Thalia besser im Markt aufstellen. Die kleinen Geschäfte hoffen, dass Lücken für sie entstehen, wenn Läden geschlossen werden.

Orell Füssli und Thalia reagieren auf die Konkurrenz durch Amazon, Apple & Co.: Sie führen das Buchhandelsgeschäft in einem gemeinsamen Unternehmen zusammen. Der Buch­handel sei im starken Wandel, sagte Orell-Füssli-Chef Michel Kunz gestern an einer Telefonkonferenz. Weil die Menschen weniger Bücher läsen, nähmen die Verkäufe jedes Jahr um ein bis zwei Prozent ab. Zudem wanderten viele Kunden ins Internet ab. «Wir wollen unsere Kräfte bündeln.» Nur so könne man genügend Substanz erreichen, um den ausländischen Konkurrenten Paroli zu bieten.

Zufrieden mit dem Deal ist man aber nicht nur bei den betroffenen Firmen, sondern auch bei vielen der kleinen Buchhändler, deren Umsätze zuletzt noch stärker gelitten haben als die der Grossunternehmen. Wenn es nur noch einen «Koloss» gebe, könnten die unabhängigen Buchhandlungen vielleicht profitieren, sagen Winterthurer Buchhändler. Vor allem wenn im Zug der Fusion Orell-Füssli- und Thalia-Filialen aufgehoben würden, so hoffen die «Kleinen», könnte eine Lücke für sie entstehen. Andere Buchhändler hoffen, dass der Zusammenschluss «in den Köpfen der Menschen etwas auslöst». Ihr Angebot – Beratung und das persönliche Gespräch – könnte wieder wichtiger werden.

Amazon Paroli bieten

Eine wichtige Motivation für den Zusammenschluss ist auch ein stärkerer Auftritt im Internet. Die beiden Unternehmen wollen ihre Online-Aktivitäten bündeln und so den grossen Online-Versandhändlern im Ausland, insbesondere Amazon, Paroli bieten. Der Marktanteil von Amazon wird in der Schweiz auf rund 20 Prozent geschätzt. Marianne Sax, die Präsidentin des Buchhändler- und Verleger-Verbandes (SBVV), begrüsst die angekündigte Fusion, wie sie auf Anfrage sagte. Sowohl Thalia wie auch Orell Füssli seien gut geführte Buchhandlungen, welche den Wert des Buches als Kulturgut schätzen würden.

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