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nach- gefragt Kommen kleine Buchhändler noch mehr unter Druck?

Marianne Sax Präsidentin Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband

Überrascht Sie der angekündigte Zusammenschluss, oder haben Sie mit Fusionen gerechnet?

Weder noch. Ich habe weder diese Fusion konkret erwartet, noch bin ich völlig überrascht davon.

Worin liegt für Sie der wichtigste Grund für die Fusion?

Der liegt ganz klar im Onlinehandel. Dieser hat den Buchhandel in den vergangenen Jahren in seinen Grundfesten erschüttert. Ich finde es deshalb erfreulich, wenn jetzt ein starker Schweizer Player der internationalen Konkurrenz die Stirn zu bieten versucht.

Wird er gross und stark genug sein, um mit Amazon mitzuhalten?

Es wird natürlich eine grosse Herausforderung bleiben. Die Spiesse sind ja auch nicht gleich lang: Die Arbeitsbedingungen und Löhne beispielsweise sind sehr unterschiedlich. Der Buchhandel beschäftigt Fachkräfte und bildet diese auch aus. Amazon hingegen ist im Grunde genommen ein Logistikkonzern.

Kommen kleine Buchhandlungen jetzt nicht noch mehr unter Druck?

Das lässt sich jetzt noch nicht sagen – es kommt dar­auf an, wie das Filialnetz nach dem Zusammenschluss aussehen wird. Für mich ist aber vor allem wichtig, dass es in Städten und auch in ländlichen Gebieten weiterhin ein gutes Bücherangebot gibt. Ob dieses durch kleine, unabhängige Buchhändler oder durch grössere Anbieter aus der Schweiz erbracht wird, ist für mich nicht so wichtig. Sowohl Thalia wie auch Orell Füssli sind gut geführte Buchhandlungen, denen auch die Bedeutung des Buches als Kulturgut bewusst ist. (ple)

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