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Nachgefragt bei Jean-Marc Piveteau, Rektor der ZHAW

Der Umzug der Ingenieurstudiengänge nach Dübendorf ist vom Tisch. Bildungsdirektion und Fachhochschule haben aufgrund einer Studie entschieden: Das Tech bleibt in Winterthur.

Herr Piveteau, Sie ziehen aus einer dicken Studie das Fazit, dass Dübendorf nicht der bessere Standort für die School of Engineering ist – was in Winterthur immer klar war. Ausser Spesen nichts gewesen? Jean-Marc Piveteau: Nein, die Dinge liegen etwas anders. Ich habe das schon früher betont: Der Innovationspark in Dübendorf ist eine einmalige Gelegenheit und kann eine grosse Chance für eine Fachhochschule sein. Nun konnten wir das inhaltlich prüfen mit objektiven Kriterien. Und die Bildungsdirektion hat auf unsere Empfehlung hin entschieden. Der Entscheid heisst: Kein Umzug, sondern Um- und Neubau am historischen Standort Winterthur. In welchem Zeitraum wird nun an der Eulach gebaut? Unsere Empfehlung ist, dieses Projekt mit höchster Priorität voranzutreiben. Das wird uns sicher zehn oder fünfzehn Jahre beschäftigen. Das ist etwa der Zeithorizont, von dem wir ausgehen. In Winterthur haben Sie sich keine Freunde gemacht mit der Idee des Wegzugs, Sie standen voll im Gegenwind. Sind Sie erleichtert, dass das vorbei ist? Nein, das würde ich nicht so sagen. Ich bin erfreut, dass wir diese Analyse durchführen konnten. Ich hätte kein gutes Gefühl, wenn wir die Option des Innovationsparks nicht sauber geprüft hätten. Ich muss sagen: Dann hätte ich meinen Job als Rektor nicht gemacht. Aber natürlich verstehe ich die emotionalen Reaktionen in Winterthur. Die Frage für mich aber stellte sich anders: Ich bin verantwortlich für die In­sti­tu­tion ZHAW und muss das Beste für diese In­sti­tu­tion wollen. Ich bin also der Bildungsdirektion dankbar, dass wir die Option Dübendorf sorgfältig prüfen konnten. Hatten eigentlich Sie diese Idee Dübendorf, oder kam das aus der Direktion von Frau Aeppli? Die Idee, dass der Innovationspark für Hochschulen eine interessante Option ist, ist an verschiedenen Orten entstanden. Der ­Regierungsrat hat die Zürcher Hochschulen dann aufgefordert, sich dazu Gedanken zu machen. Nun wissen wir aber: Die ETH will nicht, und für die ZHAW bringts nichts. Das ist doch eigentlich recht ernüchternd… Das ist nicht ernüchternd, sondern einfach eine objektive Erkenntnis aus der Sachlage heraus: Wir konnten keine entschei­den­den Syner­gie­n erkennen, die einen Standortwechsel begründen würden. Damit ist klar: Die School of Engineering bleibt in Winterthur. Sollte es später neue Optionen geben, müssen wir sie natürlich wieder überprüfen. Wirklich? Wenn jetzt über 300 Millionen Franken an der Eulach investiert werden, müsste das Tech doch mindestens 30 Jahre in Winterthur bleiben. Ja, die School of Engineering bleibt in Winterthur. Doch die Offenheit, die wir bei der Analyse gezeigt haben, die müssen wir uns auch in Zukunft erhalten. Deshalb heisst unsere vierte und ­letzte Empfehlung: Neue Kooperationsmöglichkeiten im Inno­vationspark müssten geprüft ­werden, wenn sie sich in einer späteren Phase stellen.

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