Zum Hauptinhalt springen

Naturschützer bauen ein Hochhaus

Am Wochenende feiert der Naturschutz­verein Wiesendangen seinen 100. Geburtstag. Zur Feier eröffnen die Vereinsleute ein Hochhaus für Vögel.

Der Metallpfeiler auf der Wiese hinter dem Wiesendanger Feuerwehrlokal trägt ein Vogelhaus in luftiger Höhe. «So ein Haus hat es schweizweit wohl noch nie gegeben», sagt Heinz Villiger sichtlich stolz. Das neue Heim für Mehlschwalben und Mauersegler sei einzigartig, weil man zur Nestreinigung keine Leiter brauche. «Es kann einfach hinuntergekurbelt werden», erklärt Villiger.

Für Villiger, den Sprecher des Naturschutzvereines Wiesendangen, wird der kommende Sonntag ein besonderer Tag. Zum einen, weil das innovative Vogelhotel dann um Punkt 11.30 Uhr eingeweiht wird – und zum anderen, weil sein Verein sein 100-jähriges Bestehen feiert.

360 Mitglieder

Der Naturschutzverein Wiesendangen ist ein traditionsreicher Verein mit rund 360 Mitgliedern. Die Organisation, die aus dem Ornithologischen Verein Wiesendangen hervorging, ist Mitglied des Schweizer Vogelschutzes (SVS) und setzt sich für die Artenvielfalt ein. Und dies eben auch mit dem Bau eines Vogelhäuschens.

Die Einweihung des neuen Hauses wird wortwörtlich ein Höhepunkt an diesem Festtag sein. Ein weiterer ist die grosse Naturausstellung in der Wisenthalle. Der Verein wird dort mit historischen und aktuellen Bildern die Veränderung der natürlichen Lebensräume der Vögel aufzeigen. «Hoffentlich kommen die Leute in Scharen», sagt Villiger als Vogelfreund und Mitglied des Organisationskomitees des Jubiläumsfestes.

«Fledermausschutz, Igelstation, Jäger, Förster, Imker, Landwirte, eine Wildstaudengärtnerei und die Ornithologische Gesellschaft Winterthur bereichern die Ausstellung», sagt Villiger weiter. Die Kinder können lebende Jungtiere, Kaninchen und Geflügel bestaunen oder ein Wildbienenhotel basteln. Und die Eltern können sich in der Festwirtschaft mit Pizza oder Bratwurst versorgen.

Erstes Projekt 1928 realisiert

Weder Pizza noch Bratwurst, sondern einen Kaninchenschmaus gab es an der ersten Generalversammlung des Vereines im Jahre 1914. Der Verein hat seine Wurzeln in der Kaninchen- und Geflügelzucht. Naturschutz war damals, im Gründungsjahr, noch kein Thema. Erst über die Jahre verlagerten sich die Vereinsaktivitäten in Richtung Naturschutz.

«Das erste Naturschutzprojekt wurde wohl im Jahr 1928 realisiert», sagt Villiger. Damals habe man die Abhänge am Dorfbach neu bepflanzt. Später folgte die Renaturierung des Mühliweihers, dann der Versuch, Störche anzusiedeln. Nach 1980 pflanzten die Vereinsmitglieder fast jährlich eine Hecke. Heute schätzen die Wiesendanger ihren Naturschutzverein vor allem wegen der jährlich wiederkehrenden Aktivitäten. So pflegt der Verein im Frühling das Trockenbiotop beim Schwimmbad und im Sommer den Hang an den Bahngeleisen. Neben den lokalen Projekten kann der Verein dank gesunden Finanzen auch Naturschutzprojekte in der ganzen Schweiz unterstützen.

2013 ist für den Verein nicht nur ein Festjahr, sondern auch ein Jahr des Umbruches. Wegen der bevorstehenden Fusion von Wiesendangen und Bertschikon sollen auch die Naturschutzvereine der beiden Gemeinden zusammengelegt werden. «Gespräche zeigen, dass ein Zusammengehen der beiden Vereine nur Vorteile bringt», sagt Villiger. Mehr Mitglieder. Mehr Geld. Die Fusion soll dafür sorgen, dass der Naturschutzverein Wiesendangen auch in Zukunft eine aktive Rolle im Naturschutz übernehmen kann. Das Vogelhäuschen, das sechs Meter über Wiesendangen thronen wird, soll noch lange ein Symbol für aktiven Naturschutz bleiben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch