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Neue Berechnung rettet Ausweis

Nur einfache statt grobe Verletzung der Verkehrsregeln: Ein Winterthurer konnte vor Obergericht aufatmen.

Der heute 39-Jährige verliess den Saal des Obergerichts erleichtert. Er ist zwar wegen einer einfachen Verletzung von Verkehrsregeln mit 200 Franken gebüsst worden, von den Hauptvorwürfen aber ist er entlastet: Er muss seinen Fahrausweis nicht mehr abgeben.Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gehen auf den 3. Juli 2013 zurück. Damals fuhr der Beschuldigte mit seinem Personenwagen auf der A1 Richtung St.?Gallen. Bei Regen soll er auf der Höhe von Seuzach einen Transporter bedrängt haben. Eine Polizeipatrouille filmte dies und registrierte, dass der Lenker bei einem Tempo von rund 76 km/h konstant zu nahe zum vorderen Fahrzeug auffuhr. Zeitweise betrug der Abstand weniger als 15 Meter.Per Strafbefehl wurde der Mann deshalb wegen vorsätzlich grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 80 Franken und zu einer Busse von 300 Franken verurteilt.

Schuldspruch in Winterthur

Der Lenker wehrte sich im letzten August zuerst vor dem Bezirksgericht Winterthur. Er habe sich während seines Manövers stets sicher und bremsbereit gefühlt, rechtfertigte er sich. Das Winterthurer Gericht ging zwar auch von einer groben Verletzung aus, verneinte aber einen direkten Vorsatz. Es legte eine mildere bedingte Geldstrafe von 12 Tagessätzen zu 60 Franken sowie 300 Franken Busse fest.Vor Obergericht kam es für den Mann nun noch besser. Es stellte neue Berechnungen zum Abstand an und kam zum Schluss, dass es selbst bei einer Vollbremsung des Transportes aufgrund des mässigen Tempos des Beschuldigten nicht zu einer Kollision gekommen wäre. Die Oberrichter verneinten damit eine abstrakte Unfallgefahr und somit auch ein grobes Verkehrsdelikt. Es bleibt eine einfache Verletzung, der Winterthurer muss seinen Ausweis nicht abgeben. Allerdings bleibt ein Teil der erstinstanzlichen Gerichtskosten an ihm hängen.

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