Winterthur

Neue Hotline bietet massgeschneiderte Umwelttipps von Klimapionier Bosco Büeler

Bosco Büeler engagiert sich seit 40 Jahren für den Klimaschutz. Jetzt teilt der Architekt sein Wissen via eine Klima- Hotline. Einmal wöchentlich beantwortet er per Skype Fragen zum Umweltschutz.

Einsatz fürs Klima: Architekt Bosco Büeler gibt Umwelttipps.

Einsatz fürs Klima: Architekt Bosco Büeler gibt Umwelttipps. Bild: Heinz Diener

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Bosco Büeler weiss auch bei komplexeren Fragen Rat: Ob ein Maiensäss weiterhin mit Holz geheizt oder doch lieber in eine Solaranlage investiert werden soll, wird er von einem Gast gefragt. Büeler fragt zurück, wie häufig das Maiensäss im Winter bewohnt ist. Wenn das Häuschen lediglich vier- bis fünfmal pro Winter genutzt wird, könne getrost mit Holz weitergeheizt werden. Eine Solaranlage hätte bei dieser geringen Nutzung wohl die schlechtere Klimabilanz.

Als die Winterthurer Umweltorganisation Myblueplanet gestern die Klima-Hotline «Bosco weiss Rat» mit einem Tag der offenen Tür in ihrem Büro im Volkart-Haus in Betrieb nahm, durften auch die Gäste Fragen stellen. Schnell zeigte sich, dass die Organisation mit Büeler einen Überzeugungstäter mit grossem Fachwissen zum Gesicht des neuen Projekts gemacht hat. Der Winterthurer Architekt engagiert sich seit über vierzig Jahren für nachhaltiges Bauen und Klimaschutz.

Büeler hat Projekte auf der ganzen Welt geleitet, so viele, «dass ich fast schon den Überblick verloren habe», wie er lachend sagt. «Es waren auf jeden Fall Projekte in insgesamt 89 Ländern.» Und relativiert im Hinblick auf die Ökobilanz von Flügen gleich: «Auch heute arbeite ich überwiegend international. Aber viel häufiger von zu Hause aus.» Er erzählt von seinem letzten Projekt, einer Kirche in Kamerun. «Ich habe das Projekt zwar geleitet, war aber kein einziges Mal in ­Kamerun. Alles lief via Skype.»

«Jedes Haus ist individuell»

Via Skype, E-Mail und Telefon funktioniert auch die Klima-Hotline, Büelers neustes Projekt. «Klar gibt es bereits viele Klimaratgeber», sagt Büeler. «Aber als Architekt weiss ich: Jedes Haus ist individuell. Das gilt auch für den Klimaschutz. Man muss sich für jede konkrete Si­tua­tion überlegen, was ökologisch am sinnvollsten ist.» Die Hotline ist gratis, jeder wird persönlich beraten. «Wir wollen möglichst viele Leute erreichen.» Während Büeler erzählt, blinkt auf seinem Laptop Skype auf. Eine junge Frau möchte wissen, ob sie Biotomaten aus Spanien kaufen soll oder ob das trotz Label ökologischer Unsinn sei. Auch diese Frage klärt Büeler rasch, «Regional und saisonal» ist hier das Motto.

«Klimaschutz beginnt im Kleinen», findet Büeler und spricht von Mosaiksteinchen zum Schutz des Klimas, die er überall auf der Welt legen will. Eine wichtige Rolle komme dabei kleinen Organisationen wie eben den Winterthurern von Myblueplanet zu. «Wir sind nah bei den Leuten», weiss er. «Die grossen Umweltorganisationen haben dies bis vor wenigen Jahren stark vernachlässigt.» Seit einigen Jahren beobachte er aber, wie auch der WWF oder Greenpeace die Leute endlich verstärkt in ihrem Alltag abholten. «Vielleicht auch nach unserem Vorbild», sagt Büeler schmunzelnd.

Klima-Hotline jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr unter 052 203 02 32 oder via myblueplanet.ch/bosco.

Erstellt: 26.02.2016, 21:42 Uhr

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