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Neue Impulse und ein altes Duell

Dieses Wochenende beginnt in Kuusamo die erste Langlauf-Saison des neuen Olympia-Zyklus. Beim Kampf um die grossen Titel dürfte es nach einem Jahr Unterbruch wieder zum Duell zwischen Dario Cologna und Petter Northug kommen.

Nach der vor Jahresfrist erlittenen Fussverletzung kommt der Saisonstart in Lappland für den dreifachen Olympiasieger Dario Cologna fast einem Weltcup-Comeback gleich. Denn Wettkämpfe bestritt der Bündner im vergangenen Winter fast ausschliesslich an den Olympischen Spielen in Sotschi oder zuvor in zweitklassigen Serien. Im Weltcup war er nur dreimal am Start, sein letzter Auftritt in Oslo über 50 km endete wegen Schmerzen im Fuss vorzeitig. Colognas Vorfreude, endlich wieder regelmässig Rennen auf höchstem Niveau zu bestreiten, ist gross: «Für mich zählt heuer nicht nur die WM. Ich freue mich einfach auf eine hoffentlich längere Saison als zuletzt – mit der Tour de Ski und den Heim-Weltcups in Davos und im Münstertal.» Bleibt Cologna von gesundheitlichen Rückschlägen verschont, gehört er im Kampf um den Sieg im Gesamtweltcup, an der Tour de Ski und an der WM in Falun zum engsten Favoritenkreis. ­Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der 28-Jährige im Oktober krankheitsbedingt drei Wochen lang nicht intensiv trainieren konnte. Cologna fühlt sich derzeit noch nicht in jener starken Form, in der er vor seinem verhängnisvollen Jogging-Unfall gewesen war. Ein Grund zur Beunruhigung ist dies jedoch nicht. Wunschlösung Hudac Zu Beginn des neuen Olympia-Zyklus nahm Swiss-Ski im Trainerteam eine mit Personalwechsel verbundene Neustrukturierung vor. Für die Weltcup-Gruppe, in der die Sprinter und Distanzläufer nun gemeinsam trainieren, ist nicht mehr die Norwegerin Guri Hetland, sondern der Slowake Ivan Hudac verantwortlich. Der 42-Jährige erfüllte die Erwartungen von Disziplinenchef Hippolyt Kempf vollumfänglich. «Ivan Hudac passt hervorragend in unser Konzept und brachte viele neue Impulse ins Team. Ich bin überzeugt, dass unsere Athleten im Laufe der Saison immer besser werden.» Hudac selbst schwärmt vom grossen Potenzial vieler seiner neuen Athleten. Innerhalb des Distanzteams seien Jonas Baumann, Toni Livers und Curdin Perl von den physischen Anlagen her nahe bei Dario Cologna. Dank Gianluca Cologna, Jovian Hediger und Jöri Kindschi war die Leistungsdichte im Sprintbereich schon im letzten Winter hoch. Aufgrund der Eindrücke von Trainings und Testläufen zeichnet sich ab, dass sich mit Ueli Schnider ein weiterer Schweizer Sprinter regelmässig in den Punkterängen klassieren wird. Northug voller Tatendrang An der Spitze ist nach einem Jahr Pause spätestens mit Beginn der Tour de Ski wieder mit einem Duell zwischen Dario Cologna und Petter Northug zu rechnen. Der 28-jährige Norweger wurde in der Saisonvorbereitung anders als im letzten Jahr nicht durch Krankheiten zurückgeworfen. Nach dem schwachen Olympia-Winter und dem Anfang Mai in alkoholisiertem Zustand verursachten Autounfall richtet er seinen Fokus mehr denn je auf das Wesentliche. Seine Motivation, nach den vielen juristischen Negativschlagzeilen und seiner Verurteilung (50 Tage Gefängnis unbedingt) die sportliche Klasse in den Loipen wieder regelmässig unter Beweis zu stellen, ist riesig. Als erste Herausforderer von Dario Cologna und Northug gelten der von Reto Burgermeister trainierte Alexander Legkow, der russische Olympiasieger über 50 km, sowie der Norweger Martin Johnsrud Sundby. Letzterer dominierte im vergangenen Winter im Weltcup und an der Tour de Ski, musste sich aber bei Olympia in Sotschi Cologna zweimal geschlagen geben. Van der Graaff will mehr Während bei den Männern acht Athleten dem Nationalmannschafts- oder A-Kader von Swiss-Ski angehören, figuriert Laurien van der Graaff vorerst als einzige Frau in einem der obersten beiden Kader. Trotz der Olympia-Enttäuschung (Platz 21) machte die Sprint-Spezialistin im letzten Winter einen Schritt nach vorne. «Wenn ich nicht im Halbfinal bin, war es ein schlechtes Rennen», sagt die 27-Jährige über ihre heutigen Ansprüche. Längst ist mit der Davoserin nicht mehr nur bei flachen Sprint-Parcours in Städten zu rechnen, sondern auch bei längeren Rennen mit anspruchsvollem Profil, was sie im Januar mit Platz 2 in Nove Mesto eindrücklich unter Beweis gestellt hat. Neben einer Top-3-Klassierung in der Sprint-Gesamtwertung strebt sie heuer auch den ersten Weltcupsieg an. An der internationalen Spitze dürfte die Gejagte einmal mehr die 34-jährige Norwegerin Marit Björgen sein. Vor der WM geht es für die sechsfache Olympiasiegerin und zwölffache Weltmeisterin darum, die letzte Lücke in ihrem eindrücklichen Palmarès zu schliessen. «Zunächst hoffe ich auf einen guten Start in die Saison, danach liegt mein Fokus auf der Tour de Ski. Ich will diesen Event erstmals gewinnen.» Als grösste Herausforderinnen Björgens gelten die zweifache Olympiasiegerin Justyna Kowal­czyk und Therese Johaug. Letztere verwies Björgen im vergangenen Winter dank ihres Triumphs an der Tour de Ski in der Weltcup-Gesamtwertung auf Platz 2.

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