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Neue Massnahmen gegen Fachkräftemangel gefordert

Der Bundesrat soll dem Parlament Massnahmen gegen den Fachkräftemangel unterbreiten. Dies fordert die Wissenschafts- und Bildungskommission des Ständerates. Nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative hält sie eine Strategie für "absolut dringend".

Die Wissenschafts- und Bildungskommission des Ständerates (WBK) hat eine Kommissionsmotion gegen den andauernden Fachkräftemangel beschlossen, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Sie empfiehlt dem Ständerat, diese anstelle einer Motion von Urs Schwaller (CVP/FR) anzunehmen. Schwaller fordert ebenfalls eine Strategie zur Behebung des Fachkräftemangels. Seinen Vorstoss hatte er jedoch vor dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative eingereicht. Die Kommission ist der Ansicht, der Text sollte den neuen Umständen Rechnung tragen. Ausbildungsplätze als Bedingung Nehmen National- und Ständerat die Kommissionsmotion an, muss der Bundesrat aufzeigen, in welchen Branchen sich die neue Ausländerpolitik besonders auf den Fachkräftemangel auswirkt. Er soll auch prüfen, ob die Erteilung von Ausländerkontingenten an die Bereitschaft von Unternehmen geknüpft werden könnte, Lernende und Studierende auszubilden. Weiter soll der Bundesrat Vorschläge unterbreiten, wie der Bund über seine hochschulpolitischen Aktivitäten Einfluss nehmen könnte. Und er soll aufzeigen, wie junge Menschen motiviert werden könnten, sich für Berufe zu entscheiden, in denen Fachkräftemangel herrscht. Speziell erwähnt werden Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegerinnen und Pflegern. Vereinbarkeit von Beruf und Familie Bereits getroffene Massnahmen gegen Fachkräftemangel sollen angepasst oder intensiviert werden. Hier denkt die Kommission an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Integration älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, freiwillige längere Erwerbsdauer sowie Umschulungen. Die Schweiz verfüge bereits heute nicht über genügend Fachkräfte. Dieser Mangel werde sich bei der Umsetzung der Volksinitiative gegen die Masseneinwanderung akzentuieren, wenn er nicht mehr über die Zuwanderung kompensiert werden könne, schreibt die Kommission. Auch Mangel an Hilfskräften Fehlen würden nicht nur hochqualifizierte Arbeitskräfte, sondern auch Berufsleute und Hilfskräfte im Gewerbe, bei den Dienstleistungen, im Gesundheitswesen oder in der Landwirtschaft. Die Forderung nach einer aktiven Steuerung in der Bildung erhalte eine zunehmende Bedeutung. Deshalb seien die bereits erfolgten Analysen im Lichte der neuen Ausgangslage zu überarbeiten. Der Ständerat wird die Motion voraussichtlich in der Frühjahrssession beraten. Dies wird dem Rat Gelegenheit bieten, über die Folgen der Abstimmung vom 9. Februar zu diskutieren. Die Ständeratskommission zeigt sich besorgt über die gefährdete Umsetzung der EU-Forschungsprogramme "Horizon 2020" und der Bildungsprogramme "Erasmus+". Die Programme seien ausserordentlich wichtig, nicht nur aus finanzieller Sicht, hält sie fest. Sie werde im April über mögliche Lösungen diskutieren, kündigt die WBK an.

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