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Neue Möglichkeiten, neue Risiken

Statistik Stadt Zürich hat Daten rund ums Velofahren gesammelt. Mehr Veloverkehr ist möglich, zeigt sich. Aber auch die Unfallzahlen dürften steigen.

Nur 6 Prozent ihrer Wege legen die Stadtzürcher mit dem Velo zurück – kein Spitzenresultat. In Bern und Luzern beträgt dieser Wert 10, in Winterthur gar 15 Prozent. Die Unterschiede lassen sich auch mit der Topografie erklären, sagt Simon Villiger von Statistik Stadt Zürich. Betrachte man allein die flacheren Regionen der Innenstadt, ergebe sich ein Veloanteil am Gesamtverkehr von fast 10 Prozent. Die Zahlen sind auch im gestern präsentierten Bericht «Fest im Sattel» nachzulesen. Für diesen wurden aus verschiedensten Quellen Daten zum Veloverkehr in Zürich gesammelt und in Bezug gesetzt.

Viele fühlen sich unsicher

So umfassend sei das bisher noch nicht geschehen, sagt Wernher Brucks von der Dienstabteilung Verkehr. Er sieht grosses Potenzial, den Anteil des Veloverkehrs in Zürich zu erhöhen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Einwohner und Einwohnerinnen eigentlich dafür ausgerüstet wären. Rund 80 Prozent von ihnen verfügen über ein Velo. Effektiv damit unterwegs sind aber nur ein Drittel (20 Prozent regelmässig, 12 Prozent ein- bis zweimal pro Monat).

Es liegen auch Umfrageresultate vor, die Auskunft darüber geben, war­um dem so ist und wo anzusetzen wäre für Verbesserungen in der Infrastruktur. Demnach fühlen sich über die Hälfte der Zürcher auf dem Velo unsicher. Fast 60 Prozent beklagen fehlende Abstellmöglichkeiten und 80 Prozent sagen, dass es nicht genügend Velowege und -streifen gibt. Immerhin: Drei von vier Befragten finden, dass die vorhandenen Velowege und -streifen gut gekennzeichnet sind.

E-Bike erschliesst Stadtrand

Dann braucht Velofahren aber auch einfach Kraft. Das kommt auch darin zum Ausdruck, dass die zurückgelegten Distanzen meist klein sind: 15 Prozent aller Velofahrten sind kürzer als einen Kilometer, 43 Prozent kürzer als 2,9 Kilometer. Mit den E-Bikes, die den Fahrer mittels Elektromotor unterstützen, wird die Fortbewegung per Fahrrad nun allerdings auch für Personen attraktiv, die bisher wegen fehlender Kondition vor ihr zurückschreckten. Auch das werde seinen Beitrag zu einem höheren Veloanteil am Zürcher Verkehrsgeschehen leisten, ist Brucks überzeugt. Er denkt dabei nicht nur an ältere oder unsportliche Innenstädter. Potenzielle Umsteiger aufs Velo sieht er auch in durchschnittlich trainierten Personen, die am hügeligen Stadtrand wohnen oder arbeiten und sich auf dem Arbeitsweg nicht völlig verausgaben wollen.

Womit sich allerdings, so befürchtet Brucks, auch ein anderer Trend verstärkt: Die Zahl der Velounfälle steigt stetig, über die letzten fünf Jahre betrug die Zunahme 50 Prozent. Als einen der Gründe nennt Brucks, dass immer mehr Velos unterwegs sind – auch dazu präsentiert der Bericht Zahlen. Die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit der E-Bikes ist ein zusätzlicher Gefährdungsfaktor. Mit oder ohne E-Bike gilt: Der gefährlichste Ort im Strassenverkehr sind Einmündungen und Kreuzungen.

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