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Neue Reithalle auf russigem Boden

Die kleine Reithalle in Elgg brannte letztes Jahr nieder. Jetzt haben die Bauarbeiten für eine neue Halle begonnen. Im November sollen in ihr wieder Reiter und Pferde trainieren können.

Noch immer ist die Erde auf dem Grundstück «Im Brüel» von Russ geschwärzt. Die letzten Mauerreste der alten Reithalle stehen noch. Ansonsten ist der Platz geräumt und erste Baumaschinen stehen am Feldrand. «Die Kanalisation wurde bereits umgelegt und das Schnurgerüst erstellt», sagt Martin Strasser, Präsident der Reitbahngenossenschaft Elgg. «Unser Ziel ist, dass wir im November in der neuen Halle reiten können. Auf diesen Moment freuen wir uns schon sehr.» Aber bis dahin gibt es noch viel zu tun. Nächste Woche beginnt der Bau des Fundaments. Wenn alles planmässig läuft, feiert die Genossenschaft Anfang Oktober das Richtfest der neuen Halle. Anschliessend folgt der Innenausbau. «Das ist ein sportlicher Terminplan, aber wir sind zuversichtlich», sagt Strasser.

Anzeige gegen Brandstifter

Es war ein Schock für die Reitbahngenossenschaft, als die geschichtsträchtige Reithalle am 18. November 2011 vollständig niederbrannte. Im Verdacht steht nach wie vor der 25-jährige Brandstifter, der von Februar 2011 bis Januar 2012 in der Region Elgg mehrere Brände gelegt hat. Dieser streitet jedoch ab, die Reithalle angezündet zu haben. Dennoch hat die Reitbahngenossenschaft Anzeige gegen den ehemaligen Feuerwehrmann erstattet. «Wir haben das unabhängig davon gemacht, ob er die Tat gesteht oder nicht», sagt Strasser. «Falls rauskommt, dass er der Täter ist, können wir die Schäden am Mobiliar in der Halle geltend machen.» Bei dem Brand sind nämlich auch alle Hindernisse, Karetten, Schaufeln und Spiegel verbrannt, die in der Halle waren. «Für diese Sachen bekommen wir von der Gebäudeversicherung kein Geld.» Laut dem zuständigen Staatsanwalt Martin Wyss laufen die Untersuchungen zum Fall des Elgger Brandstifters noch. Die neue Reithalle soll auf dem neuesten Stand der Technik sein. Mit einer Löschstation und Notausgängen erfüllt sie zudem die geltenden feuerpolizeilichen Auflagen.

Vielleicht Strom vom Dach

Derzeit prüft die Ener­gie­genossenschaft Elgg ausserdem, ob es möglich wäre, auf der Südseite des Hallendaches eine Fotovoltaikanlage zu betreiben. «Wenn uns die Anlage finanziell und terminlich nicht tangiert, unterstützen wir das Projekt», sagt Martin Strasser. Allerdings müssten beide Genossenschaften noch an einer Generalversammlung dar­über befinden. Anschliessend ginge es darum, passende Verträge auszuhandeln. «Ansonsten nutzen wir die Chance, die Halle für die Reiterinnen und Reiter attraktiver zu machen, als es die alte war», sagt Präsident Strasser. Lichtbänder auf der Nordseite des Daches und ein Fensterband über die ganze Länge der Halle bringen mehr Licht und Luft. Ausserdem steht zukünftig eine Garderobe mit WC zur Verfügung. Die Halle wird mit 36,5 Metern Länge und 20 Metern Breite etwas breiter sein als die alte. Rund 550?000 Franken kostet das Projekt. Etwa 70?000 Franken legt die Genossenschaft auf die Versicherungssumme drauf. «Wir möchten aber, dass die Gebühren für die Nutzer immer noch so tief wie möglich bleiben», sagt Strasser. «Es soll eine Reithalle für alle sein.»

Steve Guerdat zur Einweihung

Welches Pferd als erstes seinen Huf in die neue Halle setzen darf, ist noch offen. Es gebe bis dahin noch so viel zu tun, dass sich noch niemand mit den Feierlichkeiten befasst habe. «Aber wer weiss, vielleicht laden wir ja Olympiasieger Steve Guerdat zur Eröffnung ein», sagt Strasser und lacht. Schliesslich hätten auch in der alten Halle schon viele Olympiateilnehmer – ob zwei- oder vierbeinig – trainiert. «Aber das Einweihungsfest ist für uns im Moment noch weit weg.»

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