Zum Hauptinhalt springen

Neue Strasse für 40-Tönner

Jahrelang wurde die Melioration im Flaacherfeld vorangetrieben. Jetzt liegen die Pläne für die neue Landverteilung und eine Ringstrasse bereit. Doch nun verzögert sich der Baubeginn. Denn der Bund will die breite Strasse nicht subventionieren.

Im grossen Stil werden im Flaacherfeld Gemüse, Zuckerrüben, Kartoffeln und andere Ackerfrüchte angebaut. Und all diese Güter müssen transportiert werden. Das Wegnetz im Flaacherfeld ist jedoch in die Jahre gekommen und zu klein für grosse Lastwagen und schwere Landmaschinen. Mit einer neuen Ringstrasse, die für 40-Tönner ausgelegt ist, wollen die Landwirte den Transport der Güter vereinfachen. Vor allem soll der landwirtschaftliche Schwerverkehr am Dorfkern vorbei­geführt werden, um dort die Strassen zu entlasten. Eigentlich hätten die Bauarbeiten für die Ringstrasse in diesem Herbst beginnen sollen. «Die Ausschreibungen für die Aufträge wären schon längst erfolgt», sagt Ernst Bachmann, Präsident der Meliorationsgenossenschaft. Doch der Bund hat die Genossenschaft zurückgepfiffen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) will die Strasse nicht subventionieren, wenn diese, wie derzeit geplant, 4,5 Meter breit wird. «Wir wollten die Strasse überall so breit bauen, wie sie jetzt zum Teil schon ist», sagt Bachmann. «Es soll keine Autobahn entstehen, aber schliesslich muss sie den Ansprüchen der nächsten 50 Jahre genügen.» Ausserdem wären der landwirtschaftliche Verkehr und der Freizeitverkehr zur Badi oder zum Naturzentrum besser aneinander vorbeigekommen. Entscheid akzeptieren Der Bund will jedoch nur eine Strassenbreite von 3,6 Metern subventionieren, wie es ursprünglich im Vorprojekt geplant war. «Die nationalen Richtlinien für subventionierte Güterwege sehen eine maximale Breite von 3,6 Metern vor», sagt Markus Wildisen vom BLW. «Wir wollen nichts verhindern, aber es gibt Bestimmungen, die in der ganzen Schweiz für die Subventionierung gelten.» Erst im Juni dieses Jahres habe das Bundesamt vom Kanton erfahren, dass sich die Strassenbreite im Projekt geändert habe. «Wir richten uns jedoch nach unserer Grundsatzverfügung von 2009 und diese stützt sich auf das Vorprojekt», sagt Wildisen. Die bestehenden Strassen, die schon 4,5 Meter breit sind, dürfen bleiben. Lediglich die neuen Strassenabschnitte müssen schmaler gebaut werden. Ausserdem stehe es der Me- liorationsgenossenschaft frei, eine breitere Strasse zu bauen, sofern sie dafür die Bewilligung vom Kanton hat. «Subventionen des Bundes gibt es aber nur anteilig für die maximal zulässige Breite.» «Wir müssen den Entscheid des Bundesamtes akzeptieren, für die Landwirtschaft reicht das aus», sagt der Genossenschaftspräsident. «Aber für Spaziergänger und Velofahrer wird es eng auf der neuen Strasse.» Das hätten auch die Experten vom BLW bei einer Begutachtung vor Ort eingesehen. Deshalb soll nun entlang des Steiggrabens ein befestigter Weg für den Langsamverkehr ins Naherholungsgebiet entstehen. Für ein sicheres Kreuzen von Fahrzeugen auf der Ringstrasse sind Ausweichbuchten geplant. Einige Flurwege werden aufgehoben und andere instand gestellt. «Das Wegnetz im Flaacherfeld stammt aus der letzten Melioration, die nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat», sagt Bachmann. «Es entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen des Landwirtschaftsverkehrs.» Schwierige Umverteilung Die geplante Ringstrasse durch das Flaacherfeld gehört zu einem grossen Meliorationsprojekt, das insgesamt rund 10,2 Millionen Franken kostet. Betroffen ist eine Fläche von knapp 400 Hektaren, 80 Grundeigentümer sind involviert. Seit 2008 arbeitet eine Genossenschaft daran, die Bedingungen für die Landwirtschaft im Flaacherfeld zu verbessern und gleichzeitig den Naturschutz zu berücksichtigen. Dafür wird Land umverteilt, um die Gegebenheiten der modernen Landwirtschaft anzupassen. Die Grösse der Landparzellen zum Beispiel hat sich verändert. Dank moderner Maschinen können grössere Flächen bearbeitet werden als früher. «Solche Umverteilungen sind immer schwierig, aber am Ende hat sicher keiner etwas verloren», sagt Bachmann. «Jeder Grundeigentümer hat in Qualität und Fläche mindestens gleich viel Land wie vorher.» Nebst dem Wegnetz wird auch die Entwässerung der Ebene erneuert. Ein Pumpwerk wird ersetzt und die Hauptleitung neu gebaut und die Drainagen werden verbessert. Ursprünglich war zudem ein neues Bewässerungssystem geplant, welches das ganze Flaacherfeld mit Wasser versorgt hätte. «Auf dieses haben wir nach eingehender Beratung unter den Landwirten verzichtet», sagt Bachmann. Denn es hätte zusätzlich mehrere Millionen Franken gekostet. Sobald die Subventionen vom Bund gesprochen sind, können die Strassenbauarbeiten beginnen. Das ist voraussichtlich im Herbst 2014 der Fall. Erst wenn das Projekt von allen Stellen genehmigt ist, kann die Genossenschaft auch die Neuzuteilung definitiv festsetzen. Das Detailprojekt wird laut der kantonalen Baudirektion noch öffentlich aufgelegt. Die Kosten für die Melioration tragen Bund, Kanton, Gemeinde und die Grundeigentümer. Der Kanton – der den höchsten Anteil zahlt – hat die Subventionen für das gesamte Projekt im Flaacherfeld bereits mit zwei Regierungsratsbeschlüssen zugesichert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch