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Neue Strasse in Oberi: Es ist noch ein weiter Weg

Der Kanton hat die Streckenführung der geplanten Strasse in Oberwinterthur so angepasst, wie man sich dies bei der Stadt gewünscht hat. Bis zum Baustart vergeht aber wohl noch ein Jahrzehnt – falls das Megaprojekt zustande kommt.

Es ist eines der grössten Bau­projekte in Winterthur seit geraumer Zeit: Eine neue Strasse soll das grosse Entwicklungsgebiet in Oberwinterthur besser an die Autobahn anbinden. Die Stadtplaner haben das Gebiet «Neu­hegi» genannt und zum zweiten Zen­trum der künftig «bipolaren Stadt» Winterthur gekürt.Im neuen Richtplanentwurf des Kantons steht nun im Wesentlichen das, was sich der Stadtrat gewünscht hat: Die Strasse soll in der teuren Variante mit einem Tunnel unter Hegi gebaut werden. Die Kosten trägt der Kanton.Technisch gesehen handelt es sich um eine «Hauptverkehrsstrasse». Diese soll von der Frauen­felderstrasse in Ober­winterthur zur Sulzerallee und weiter Richtung Ohrbühl führen, in Hegi weitgehend unterirdisch. Im Norden soll die Strasse östlich der Bahngeleise bis nach Wiesen­dangen geführt werden (siehe Karte). Unmittelbar nördlich der Stadtgrenze ist eine Brücke über die Eisenbahnlinie geplant.Neu in den Richtplanentwurf aufgenommen wurden zwei Streckenvarianten. Die eine Variante sieht vor, dass im Norden die Abzweigung aus der Frauenfelder­strasse früher erfolgt und über Wiesendanger Gemeindegebiet verläuft. Der städtische Projektleiter, Albert Gubler, spricht von einer «Rückfallvariante»: Wenn der Bau der Brücke über die Bahnlinie zu grossen Problemen führen sollte, müsste man die Gleise auf der Höhe der bestehenden Unterführung Rietstrasse unterqueren. Für die Projektierung und die Variantenwahl ausserhalb des Stadtgebiets sei der Kanton zuständig.Im Süden gibt es eine Variante, der zufolge die Strasse im Osten etwas «ausholt», bevor sie in die Sulzerallee geführt wird – laut Gubler eine «rein technische Variante». Der Entscheid dar­über hänge vom Grundwasser und der eingesetzten Bohrtechnik ab. Beide Varianten würden aber am gleichen Punkt anschliessen und unterirdisch verlaufen.Die politischen Reaktionen auf den Richtplanentwurf fallen mehrheitlich positiv aus. Der Gemeinderat von Wiesendangen hat jedoch wenig Freude am Variantenvorschlag, der eine längere oberirdische Streckenführung über das eigene Gemeindegebiet vorsieht (siehe Text unten). Das Winterthurer Parlament hat der Strasse im April deutlich zugestimmt. Nur die Grünen stimmten geschlossen gegen die aus ihrer Sicht «unnötige» Strasse.

Volk stimmt zweimal ab

Trotz des Eintrags im Richtplanentwurf ist offen, wann und ob die Strasse überhaupt gebaut wird. Der Weg ist noch weit: Nach dem Entscheid des Kantonsrats über den Richtplan, vermutlich erst in einem Jahr, startet die Projektierung des Bauvorhabens. Obwohl die Stadt nicht bezahlen muss, kann der Gemeinderat und die Bevölkerung über den Projektierungskredit abstimmen. Auch der Kanton muss diesen Kredit beschliessen. Sobald dann ein Projekt vorliegt, können dagegen die ordentlichen Rechtsmittel ergriffen werden. Dar­auf muss das Projekt durch den Kanton festgesetzt werden und es erfolgt ein Antrag auf den Baukredit. Diesem Kredit müssen wiederum der Gemeinderat sowie das Stimmvolk zustimmen und der Kantonsrat muss für den ausserhalb der Stadt gelegenen Teil der Strasse den Segen geben. «Im Idealfall», sagt Projektleiter Gubler, «erfolgt der Spatenstich in acht bis zehn Jahren.» Dann sei mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren zu rechnen. Die Strasse wird also etwa im Jahr 2025 eröffnet – im günstigsten Fall. Schon viele Jahre dauern die Diskussionen dar­über an. Ursprünglich sah der Stadtrat eine rein oberirdische Streckenführung vor. Doch dagegen liefen die Anwohner in Hegi Sturm. Vor zwei Jahren gab der Stadtrat nach und leitete ein «kooperatives Planungsverfahren» ein, an dessen Ende die alte Planung zugunsten von mehreren Streckenvarianten mit Tunneln gekippt wurde.

Der Kanton trägt die Kosten

Die neue Strasse soll 160 bis 180 Millionen Franken kosten. Die geplan­te Busbrücke beim Bahnhof Grüze, ebenfalls Teil des Erschliessungsprojekts «Neuhegi», ist mit 40 bis 50 Millionen veranschlagt. Die Finanzierung sei bei beiden Projekten gesichert, heisst es, weil für Staatsstrassen nicht die Stadt aufkommen muss, sondern der Strassenfonds des Kantons.

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