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Neuem Uniquartier steht einiges im Weg

Das Gebiet von ETH, Universität und Universitätsspital soll umfassend umgestaltet und verdichtet werden. Ein Knackpunkt dürfte der Denkmalschutz werden.

ETH, Universität und Universitätsspital sollen dank zahlreicher Neubauten 40 Prozent mehr Flächen erhalten. Am Montag wurde der Masterplan 2014 für das Zürcher Hochschulquartier vorgestellt. Der vorgesehenen Umgestaltung stehen zahlreiche Gebäude im Weg, die als denkmalpflegerisch wertvoll gelten. Was sagt der Heimatschutz dazu? Vorerst nicht viel. Thomas Müller, Präsident Heimatschutz des Kantons Zürich, war zwar an der Medienkonferenz anwesend. Jedoch gab er sich wortkarg. Zuerst gelte es zu analysieren. Zumindest liess er sich die Aussage entlocken, dass er das alte Anatomiegebäude als kulturhistorisch bedeutend betrachte. Der aparte kleine Bau liegt am Rand des Spitalparks zur Gloriastrasse hin und steht einem vorgesehenen Neubauteil des Spitals im Weg, das just an dieser Stelle sehr dicht und hoch werden soll. Auch das Dermatologiegebäude müsste abgerissen werden. Bereits 2005 war ein Masterplan für das Zürcher Hochschulquartier erstellt worden. Doch damals war das Universitätsspital noch mehr oder weniger ausgespart, und das alte Anatomiegebäude blieb unbehelligt. 2011 beschloss der Regierungsrat dann, dass das Universitätsspital am bestehenden Standort saniert und modernisiert werden soll, statt es zum Beispiel in Stettbach auf der grünen Wiese neu zu bauen. Ein neuer Masterplan musste erstellt werden – der nun vorliegende. Die Urzelle des Spitals Das alte Anatomiegebäude bilde sozusagen die Urzelle des Zürcher Universitätsspitals, gibt Markus Fischer zu bedenken. Er war Präsident beim Stadtzürcher Heimatschutz, als es den Masterplan 2005 zu beurteilen gab. Das Anatomiegebäude ist mit dem neuen Plan als weiteres Abbruchobjekt dazugekommen, hält er fest. Gemäss altem und neuem Masterplan zu weichen hätten die Unigebäude im Spickel Schönberggasse, Rämistrasse, Kantonsschulstrasse, wo heute die Volkswirtschaft und das Deutsche Seminar untergebracht sind. Hier sah der Masterplan 2005 einen «Kronenbau» vor, der sozusagen die Stadtsilhouette um eine dritte Zacke neben Uni und ETH ergänzt hätte. Der Heimatschutz hatte sich – vergeblich – dagegen gewehrt. Auch der neue Masterplan sieht hier einen Neubau vor, aber zumindest nicht mehr als «Krone», sondern eingepasst. Eine Volksinitiative? Eine weitere – vergebliche – Einwendung des Heimatschutzes gegen den Masterplan 2005 betraf den Abbruch der Turnhallen am Heimplatz für die Kunsthauserweiterung. Auf einen Rekurs gegen das Bauvorhaben verzichtete er aber dann. Dass die Hallen immer noch stehen, liegt an einer hängigen Einsprache von Archicultura. Dort in der Sache zuständig ist der Zürcher Ex-Heimatschützer Paul Stopper. Er macht aus seiner Ablehnung des Masterplans 2014 keinen Hehl. Das sei «Chlötzli-Architektur» und unverträglich für die Stadt, sagt er. Der Masterplan bildet die Grundlage für eine Revision des Richtplans durch den Kantonsrat. Stopper verweist darauf, dass ein Referendum gegen Richtplanänderungen nicht möglich ist. Er erwägt die Lancierung einer Volksinitiative, um diese Möglichkeit gesetzlich vorzusehen. Gebäude um Gebäude Die öffentliche Auflage der Richtplanrevision läuft ab Freitag. Parallel dazu erfolgt eine denkmalpflegerische Interessenabwägung durch die zuständigen Stellen in Stadt und Kanton, sagt Dominik Bonderer, Sprecher der kantonalen Baudirektion. Dabei werde Gebäude um Gebäude abgeklärt, ob sich die Streichung aus dem Schutzinventar rechtfertigen lasse. Die zentralen Gutachten lägen vor. Insofern sei auch die Vorarbeit geleistet, falls es später in den Baubewilligungsverfahren Einsprachen gebe.

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