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Neues Gesicht für Tösstalstrasse

Fussgänger und Velofahrer bekommen auf der Tösstalstrasse in Turbenthal künftig mehr Platz, Autofahrer müssen bremsen. Das Stimmvolk hat die Gemeindekosten von 2,05 Millionen Franken für das Gestaltungskonzept genehmigt.

Die Gemeinde Turbenthal und der Kanton wollen die Tösstalstrasse – die zentrale Achse im Dorf – für total rund 7,3 Millionen Franken umgestalten. Das Betriebs- und Gestaltungskonzept schnitt an der von 87 Stimmberechtigten besuchten Gemeindeversammlung am Montag insgesamt nicht schlecht ab. Der Kostenanteil der Gemeinde in der Höhe von 2,05 Millionen Franken wurde letztlich mit 60 Ja-Stimmen genehmigt, nachdem ein Ordnungsantrag die lange Diskussion gestoppt hatte. Für einige Teilnehmer steckte der Teufel jedoch im Detail. Ein Votant hielt vom Konzept gar nichts: «Ich finde die Strasse super zum Autofahren. Mir ist noch nie etwas in den Weg gekommen.» Doch Urs Günter vom kantonalen Amt für Verkehr erwiderte, dass dies ja gerade das Problem sei. «Das grosse Manko liegt bei den Velofahrern und Fussgängern.» Daher soll mit dem Gestaltungskonzept die Geschwindigkeit der Autos gedrosselt werden. Einige Teilnehmer sprachen denn auch von gefährlichen Si­tua­tio­nen. So erklärte ein Votant etwa, dass er mit seinen Kindern mit dem Velo immer aufs Trottoir ausweiche. «Die Strasse gehört aber eigentlich nicht nur den Autofahrern.» «Velos müssen auf die Strasse» Einer Teilnehmerin gingen die Massnahmen noch zu wenig weit. Sie hätte sich abgetrennte Rad- und Gehwege gewünscht. Doch Günter erklärte, dass dies innerorts bei den vielen Kreuzungen wieder zu mehr gefährlichen Si­tua­tio­nen führen würde. «Daher müssen die Velofahrer auf die Strasse.» Um deren Schutz zu erhöhen, ist in den äusseren Ästen der Tösstalstrasse eine Kernfahrbahn mit Velo­streifen, aber ohne Mittelmarkierung vorgesehen. Entlang der «Einkaufsmeile» im Zen­trum soll dagegen ein Mehrzweckstreifen in der Fahrbahnmitte aufgemalt werden. Dieser wird Autos und Velofahrer gleichsam als Abbieghilfe dienen. Um den Verkehrsfluss zu erhöhen, ist beim Knoten bei der reformierten Kirche zusätzlich ein Kreisel geplant. Zudem sind neue Fussgängerstreifen und Trottoirs vorgesehen. Alle Massnahmen sind mit Vertretern der Polizei und von Pro Velo abgesprochen. Im Zen­trum und bei der Grosshalle sollen Bäume die Gehsteige säumen. Doch diese kleinen Alleen kamen nicht bei allen gut an. Ein Votant bezeichnete diese gar als «Unfallfallen». Doch Urs Günter vom kantonalen Amt für Verkehr konterte: «Mir ist es lieber, wenn ein Auto in einen Baum als in einen Fussgänger knallt.» Planer Markus Birchler vom Büro «Stadt Raum Verkehr» ergänzte, dass die Bäume innerorts weder eine Unfallgefahr noch ein Problem für die Schneeräumung darstellen würden. «Im Sommer spenden sie zudem Schatten.» Eine Umfahrung kommt für Gemeindepräsident Georg Brunner derzeit nicht in Frage. Die Tösstalstrasse sei eine wichtige «Lebensader», insbesondere auch für das Gewerbe. «Wir suchen den Verkehr zwar nicht, aber wir leben damit.» Bevölkerung kann mitreden Noch sind nicht alle Massnahmen in Stein gemeisselt. Die Bauarbeiten werden in drei Etappen unterteilt. Vor jeder Ausführung wird jeweils ein öffentliches Auflage- und Mitwirkungsverfahren stattfinden. Der Startschuss für die erste Etappe könnte 2017 fallen.

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