Zum Hauptinhalt springen

Neues Inventar mit Schützenswertem

In der Gemeinde ist am Samstag die revidierte Bau- und Zonenordnung vorgestellt worden. Inbegriffen ist dabei neu auch ein Inventar für potenziell schützenswerte Gebäude und Objekte.

Gut zwei Stunden dauerte es, um in einer ersten Präsentation das Projekt vorzustellen, an welchem in Dinhard die letzten zweieinhalb Jahre gearbeitet wurde: Die Gemeinde revidierte ihre Bau- und Zonenordnung. Und Rudolf Walther, Gemeinderat für Hochbau und Planung, stellte gleich zu Beginn der Informationsveranstaltung am Samstagmorgen fest: «Eine Ausweitung der Bauzone ist kein Thema.» Wegen der angenommenen Kulturlandin­itia­ti­ve sei daran momentan überhaupt nicht zu denken. Der Leitgedanke sei vielmehr gewesen, die Verdichtung innerhalb aller Zonen zu fördern. Und gleichzeitig Richtlinien für das Ortsbild zu schaffen. Schutzwürdig – nicht geschützt Die wichtigsten Änderungen befänden sich in den neuen Artikeln zu den Kernzonen, informierte Raumplaner Peter Gasser. So sind neu sogenannte bezeichnete Objekte in den Plänen inbegriffen. Damit sind Gebäude gemeint, die so stehen und aussehen, dass sie für das Ortsbild als bedeutend betrachtet werden. Dazu zählen auch Bauten, die Zeugen einer bestimmten Epoche sind. Diese Gebäude gelten als kommunal schutzwürdig. «Das bedeutet aber noch nicht, dass die Gebäude automatisch geschützt sind», so Gasser. Vor Renovationen, Umbauten oder Ersatzbauvorhaben müsste dies jedoch von einer Fachperson überprüft werden. 34 dieser Häuser und Scheunen enthält das Hinweisinventar. Ein solches zu führen, wäre seit 1975 obligatorisch, viele Zürcher Gemeinden versäumten es aber, dieser Pflicht nachzukommen. Im Inventar ebenfalls aufgeführt sind fünf Bauten, die bereits unter überkommunalem Schutz stehen, so etwa der Bahnhof. Und weitere 18 Gebäude wurden zwar inventarisiert, aber nicht als schützenswert beurteilt. Die neue Bau- und Zonenordnung sehe weitere Vorlagen vor, die dem Schutz des Ortsbildes dienen sollen, so Gasser. In den Kernzonenplänen sind nämlich auch Fassaden eingezeichnet, die in bestimmter Richtung und Abstand zur Strasse stehen müssen. Und für deren Dachfirste ähnliche Vorschriften gelten. Ebenso gibt es bezeichnete Brunnen, Gärten und Bäume in Dinhard. Und weil das Ortsbild sich manchmal auch durch das definiert, was fehlt, gibt es Freiräume, in denen aus denselben Gründen ebenfalls nicht gebaut werden darf. Daneben beinhalten die neuen Pläne Anpassungen an bereits bestehende Verhältnisse. «Uns ist zum Beispiel aufgefallen, dass viele zweigeschossige Häuser in Zonen stehen, die eigentlich eingeschossige Bauten vorschreiben», erklärte Gasser. Also habe man in solchen Fällen umgezont, etwa in Ausser-Dinhard. Aus demselben Grund verfügt Kirch-Dinhard neu über eine Gewerbezone. Eine Änderung wird eventuell wegen einer Rechtsunsicherheit vonseiten des Kantons ausgeklammert werden müssen. Dabei handelt es sich um den vom Gemeinderat geplanten Minimalabstand von dreieinhalb Metern zwischen Hauptgebäuden und Nichtbauzonen. Einwände noch möglich Nicht alle sind über die geplanten Vorschriften glücklich. Insbesondere Besitzer von bezeichneten Gebäuden bangen um ihre Optionen. «Ich besitze ein altes Landwirtschaftsgebäude in Eschlikon», erklärte eine der Anwesenden. «Es ist nur eine Scheune. Aber die Fassade liegt direkt an der Strasse. Was ist, wenn ich deswegen bei einem Neubau keine Balkone bauen kann? Dar­un­ter wird die Vermietbarkeit leiden.» Sie befürchtet, dass jetzt noch mehr Gremien und Vorschriften auf sie zukommen. Entschieden ist noch nichts. Noch bis Anfang Mai können schriftliche Einwände gegen die neue Nutzungsplanung erhoben werden. Und anschliessend muss diese im August an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung festgesetzt werden. Die Projektgruppe zog am Samstag aber ein positives erstes Fazit. «Ich hätte mehr Gegenwind erwartet», erklärte Gasser. Und auch Bauvorstand Walther war zufrieden: «Allerdings weiss man ja nicht, ob jetzt nicht einige die Faust im Sack machen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch