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Nicht vorne dabei

winterthur. Die Wasserballer des SC Winterthur backen kleinere Brötchen: Auch nach dem Abstieg aus der NLA fallen die Ergebnisse nicht aus wie erhofft.

Sandro Canonica hatte eine schlechte Nacht nach dem Spiel vor zehn Tagen. «Ich habe nicht viel geschlafen», erzählt der Captain der Winterthurer Wasserballer. Denn eine Niederlage in Neuenburg hatte er nicht erwartet. 5:9 lautete das Resultat. «Wir hätten gewinnen müssen», meint Canonica. Es war nicht die erste Pleite der Equipe. Sondern, im zwölften Spiel, die siebte. Dabei hatte Trainer Juan Vallmitjana vor Saisonbeginn gesagt, man wolle in der Nationalliga B ungeschlagen bleiben.

«Ich wollte alle welschen Teams bezwingen und rechnete nur mit möglichen Niederlagen gegen Kreuzlingen und Aquastar», erklärt Vallmitjana. «Wohlbemerkt unter der Annahme, dass wir in Vollbesetzung spielen. Leider ist das aber nur in den ersten Spielen eingetroffen.» Der Trainer beklagt nicht nur die Abgänge von Leo Müller und Jahel Sawyers, die zum Schweizer Rekordmeister Horgen gewechselt haben, sondern vor allem die vielen Absenzen von Wasserballern, mit denen er gerechnet hatte.

Die fehlende Generation

Aber: Silvan Ammann lernt auf Hawaii Englisch, Radoslav Moldovanov hat sich den Fuss gebrochen und Milan Lazarevic hat aus beruflichen Gründen mit Wasserball aufgehört. Marc Gubser ist nach einer verletzungsbedingten Pause zwar wieder dabei, läuft aber der früheren Form hinterher. Nur Sandro Canonica, Jonas Fabech und Luca Henzi haben alle zwölf Partien bestritten. Auf drei Viertel der Matches bringen es sechs weitere Wasserballer. Von 20 eingesetzten Spielern.

«Wenn man aus der Nationalliga A absteigt, erwartet man schon, vorne mitzuspielen», sagt Sandro Canonica. Die Meisterschaft hatte auch so begonnen, wie die Winterthurer es sich erhofft hatten. Aus den ersten fünf Partien gewannen sie acht Punkte und lagen fast ganz vorne. Inzwischen belegt das Team nur noch Platz 7. Und Canonica fand sich in ungewohnter Rolle wieder: Er musste Rücksicht nehmen auf Teamkollegen, die wasserballerisch weniger versiert sind.

«Mir fehlen aber vor allem die Spieler, die dreimal in der Woche im Training sind», betont der Medizinstudent. Die älteren Spieler, die das nicht erfüllen, können nicht ersetzt werden. «Die Generation, die aufrücken sollte, die gibt es nicht», beschreibt der 26-Jährige das Problem. Zwar reisten drei Nachwuchswasserballer mit nach Neuenburg, «aber die sind erst 14 oder 15 Jahre alt».

Die Zeit nutzen für anderes

Die Junioren seien in der Nationalliga B «gut gefordert», urteilt Jonas Fabech (27), der wie Sandro Canonica mit Winterthur von der 2. Liga bis in die NLA durchmarschierte. Überfordert seien sie aber nicht. «Sie müssen ja noch nicht das Spiel machen.» Was erfahrene Spieler betreffe, sei Winterthur aber «sehr dezimiert», urteilt auch Fabech. Weil es an Routiniers mangelt, hilft der gelernte Torwart als Feldspieler aus. Es sei ein Neuaufbau im Gang, erklärt er. Der beginne aber nicht wie damals in der 2. Liga, sondern in der Nationalliga B.

Was diese Saison angeht, ist Fabech einfach «froh, stehen wir irgendwo in der Mitte». Ein Nationalliga-B-Spitzenteam wird der Schwimmclub Winterthur erst wieder stellen, wenn die Talente fähig sind, in der ersten Mannschaft Impulse zu setzen. «Es ist aber kein Warten bis dann», betont Fabech. «Wir müssen nun einfach an anderen Orten arbeiten als im Wasser.» Nämlich an den Strukturen im Verein. Eine Gruppe von Personen hat sich dessen angenommen. Sandro Canonica und Jonas Fabech sind auch dabei.

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