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Nichtalltägliches Design für jeden Tag

Der Chevrolet Cruze ist als Kombi ein perfekter Lademeister für den Alltag, qualitativ durchaus in Ordnung und ziemlich sparsam. Der Amerikaner sieht erst noch richtig gut aus.

Mehr als 1,5 Millionen Mal hat sich der Chevrolet Cruze verkauft. Chinesen, Amerikaner und Russen stehen vor allem auf die Limousine, in Europa ist auch die Schrägheckvariante gefragt. Und für die Schweiz passt der getestete Cruze Station Wagon perfekt. Denn im eher tieferen Preissegment ist zuallererst einmal Praktikabilität und Alltagstauglichkeit gefordert. Der Aufpreis von 500 bis 1000 Franken ge­gen­über den anderen Karosserievarianten lohnt sich daher auf jeden Fall: 500 Liter fasst der leicht beladbare Kofferraum. Klappt man die zweiteilige Rückbank um, entsteht eine durchgängige, fast ebene Fläche mit 1478 Litern. Praktisch: Die Gepäckabdeckung, die bei anderen Kombis herausgenommen und irgendwo in der Garage oder dem Keller untergebracht werden muss, findet in einer Kassette unter dem Kofferraumboden Platz. Dort finden sich übrigens zusätzliche drei Staufächer.

Das Raumangebot ist auf allen fünf Plätzen gut. Hinten sitzen drei Kinder bequem, aber auch zwei Erwachsene reisen durchaus komfortabel. Zur guten Alltagstauglichkeit zählen auch die solide Verarbeitung und die unproblematischen Oberflächen. Positiv sticht die Stoffverkleidung in den Türen und auf dem Armaturenbrett heraus. Die weiche, heute kaum mehr übliche Abdeckung ist angenehm und wirkt wertiger als eine reine Plastiklandschaft. Auch sonst hat Chevrolet mit einfachen Mitteln ein gefälliges Cockpit gezaubert: mit Leisten im Matt-Chrom-Look, vielen Winkeln und Ecken sowie sportlichen Instrumenten. Natürlich darf man zu Preisen ab 19?990 Franken keine Materialqualität wie in der Oberklasse erwarten, aber der Gesamteindruck überzeugt durchaus.

Aussen dagegen kann der Cruze durchaus mit doppelt so teuren Kombis mithalten, wenn man seinen Stil mag. Denn mit der bulligen Front, dem dominanten Kühlergrill und dem grossen Chevrolet-Logo wirkt der Station Wagon schon ein wenig cowboymässig. Was für eine Familienkutsche gar nicht schlecht passt. Das Heck ist deutlich braver gezeichnet, die Optik des 4,68 Meter langen Kombis insgesamt harmonisch. Und sie hebt sich eben von der europäischen Konkurrenz – auch aus dem eigenen Konzern – deutlich ab.

Total angepasst gibt sich der Chevy auf der Strasse. Der 1,7-Liter-Turbodiesel mit 131 PS ist ein kleines Kraftpaket, so lange man ihn mit der recht präzisen 6-Gang-Schaltung im richtigen Drehzahlbereich hält. Dann ist man nicht nur souverän, sondern fast schon sportlich unterwegs. Das bestätigt auch ein Blick aufs Datenblatt, das einen Wert von 10,4 Sekunden für den Sprint auf 100 Stundenkilometer angibt. Das Fahrwerk hat Chevrolet ebenfalls auf hiesige Bedürfnisse getrimmt und auf einen gelungenen Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit ausgelegt. Einzig die reichlich schwammige Lenkung will da nicht wirklich dazupassen. Zwar erreichen wir im Test die optimistische Verbrauchsangabe von 4,5 Litern auf 100 Kilometer nicht, aber 6,2 Liter sind bei noch winterlichen Temperaturen und recht vielen Stadtfahrten ein guter Wert. Dabei hilft auch die serienmässige Stopp-Start-Automatik, die rasch reagiert – allerdings erst, wenn der Motor warm gelaufen ist.

Unser Testwagen kostete zwar deutlich mehr als der Einstiegspreis. Doch die 30?200 Franken sind angesichts der Ausstattung trotzdem preiswert: Regen- und Lichtsensor, Klimaautomatik, Touchscreen mit Rückfahrkamera, 17-Zoll-Alufelgen, Lederlenkrad – alles inklusive. Als Option bietet sich einzig noch das Navi für 1200 Franken oder die Ledersitze für 2500 Franken an. Diese kurze Liste hat einen Nachteil: Wer noch mehr Luxus wünscht, etwa elektrische Sitze oder Assistenzsysteme, der wird beim Cruze nicht fündig. Der Kombi ist eben für alle gedacht, die ein nicht alltäglich gestyltes Auto für den Alltag suchen – ehrlich und ohne Schnickschnack.

Chevrolet Cruze SW 1700 VCDi LTZ

+ Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis+ Schickes Designkonzept+ Kräftiger und sparsamer Diesel

- Etwas angejahrtes Navi- Diesel nagelt beim Kaltstart- Beschänktes Angebot an Optionen

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