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Noch ein kleiner Schritt

basel. Nach dem 3:0-Heimsieg gegen Sporting Lissabon braucht der FCB in zwei Wochen in Genk nur noch einen Punkt, um die Sechzehntelfinals der Europa League zu erreichen.

Schliesslich wurde es ein fast perfekter Abend für den FCB. Er schoss im sechsten Anlauf erstmals ein Tor gegen den portugiesischen Grossklub Sporting; er schickte diesen klar geschlagen heim, obwohl er in der letzten halben Stunde in Unterzahl spielen musste; und er profitierte auch noch vom Erfolg des Racing Genk gegen Videoton in Szekesfehervar. Danach können die Basler nämlich in zwei Wochen gegen Belgier spielen, die ihres Weiterkommens bereits sicher sind; und sie müssen auch nicht gewinnen, um in jedem Fall vor Videoton zu bleiben. Dafür genügt schon ein Unentschieden. Sportings neuer Trainer, der ehemalige Genker Meistercoach Franky Vercauteren, anerkannte ohne Umschweife. «Wir haben heute gegen eine Mannschaft verloren, die in jeder Beziehung besser war als wir – selbst als sie nur mit zehn Mann spielte.» Diese Qualifikation gar des gegnerischen Trainers verdienten sich die Basler auch ohne die Einschränkung, dass ihnen der Schiedsrichter auf dem Weg zu einem am Ende in Zahlen klaren Sieg geholfen hatte – wie dies noch am Sonntag beim 4:0 gegen die Grasshoppers eindeutig der Fall gewesen war.

Der Sieg gegen Sporting war nun schon der sechste in Folge unter Yakin. Das ist, auch wenn die Leistungen nicht immer so überzeugend waren, wie sie in Zahlen wirkten, doch ein erheblicher Fortschritt. Und dieses 3:0 sieht auch in seiner historischen Einstufung sehr gut aus, weil doch die bisherige Bilanz gegen Sporting miserabel war: 2008 hatte der FCB gegen die Portugiesen im Frühjahr im Uefa-Cup und dann im Herbst in der Champions League je zweimal verloren, ohne auch nur ein Tor zu schiessen. Im Hinspiel im vergangenen September waren die Basler zwar erstmals ohne Niederlage davongekommen, aber nochmals ohne Treffer geblieben. Natürlich, Sporting hat zurzeit weder Klasse noch Form früherer Jahre. Aber gleich ein 3:0 war doch nicht zu erwarten gewesen; auch nicht nach der starken ersten halben Stunde, die zum 1:0 durch den neuen Innenverteidiger Fabian Schär geführt hatte. Denn an Schär liess sich die Leistungsentwicklung des FCB an diesem Tag auch ablesen: Zuerst war er gut und Torschütze, dann leitete er mit einem der kapitalen Fehler, die für seine Spielweise eben auch typisch sind, nicht nur eine grosse Chance der Portugiesen ein, sondern überhaupt eine Phase, in der Sporting hätte ausgleichen können – wenn nicht müssen. Diese Periode dauerte über die erste Halbzeit hinaus, genau genommen – und erstaunlicherweise – bis zu einer Szene, die zu einem gefährlichen Rückschlag für die Basler zu werden drohte. In der 58. Minute sammelte Cabral die zweite Verwarnung binnen weniger Minuten; bereits wegen eines Handspiels vorgemerkt, ging er – im Mittelfeld notabene – viel zu unsorgfältig in einen Zweikampf. Das kritisierte auch Yakin: «Er muss in seiner Defensivarbeit gefühlvoller werden.» Wie Yakin grundsätzlich feststellte, «dass mir überhaupt nicht mehr gefiel», was er geraume Zeit gesehen hatte. Yakins gute Idee Plötzlich aber sah es wieder besser aus, und dazu trug der Trainer bei. Zuerst hatte er die Lücke, die der Platzverweis des Defensivmanns Cabral zu reissen drohte, mit dem Defensivmann Gaston Sauro schliessen wollen. Aber ehe er das tat, hatte er eine andere Idee, eine gute, wie sich bald herausstellen sollte. Er schickte, anstelle des Stürmers Alex Frei, den schnellen Offensivmann Mohamed Salah aufs Feld. Und der gab «unserem Spiel wieder mehr Tiefe», wie Yakin hinterher sagte. Auf jeden Fall brauchte Salah nur zwei und sechs Minuten, um zuerst Valentin Stockers 2:0 und dann David Degens 3:0 vorzubereiten. Es herrschte jedenfalls Jubel im Stadion in dieser 70. Minute, als Torhüter (!) Yann Sommer den Ball weit zu Salah auswarf, der eilends das halbe Feld überwand und dann für den mitgelaufenen David Degen auflegte. Zum Aussergewöhnlichen dieses Tores gehörte, wie souverän Degen diese Chance nutzte. Damit war das Spiel entschieden, traf Vercauterens Analyse auch in ihrer Fortsetzung zu: «Der FC Basel war besser, weil er fähig war, unsere Fehler zu verwerten, individuelle und – wie beim dritten Tor – welche in der Organisation.» Yakin konnte sich natürlich freuen, obwohl er die (Konzentrations-)Mängel in der Viertelstunde vor und jener nach der Pause sehr wohl gesehen hatte. Und er wies auf die Euphorie hin, «die wir nun ein bisschen drücken müssen». Es war zwar so, dass die Gesamtleistung mehrheitlich gut und in der Offensive effizient war. Es ist mittlerweile wieder deutlich mehr Stilsicherheit zu erkennen, vor allem aber mehr «Resultat-Sicherheit». Allerdings wird es nicht immer so sein, dass Sommer alle Lücken stopfen kann. Die letzte – wenn auch für den Spielausgang unbedeutende – war diese: In der 94. Minute lief Sportings Andre Carrillo durch die gesamte Basler Abwehr hindurch; dann schoss er alleine vor Sommer, und er tat es präzis. Dennoch schaute nur ein Corner heraus, denn Sommer hatte auch diesen Ball noch erwischt. (hjs)

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