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Noch eine Steigerung ohne Ertrag

Fribourg. Die nächste Niederlage in der Halbfinalserie gegen Gottéron bringt das Saisonende für die ZSC Lions.

Die ZSC Lions hatten ihre Matchpucks, aber sie stehen gegen Fribourg-Gottéron noch immer mit leeren Händen da. 2:3 verloren sie Spiel 1; 1:2 nach Verlängerung Spiel 2; am Samstag kamen sie sogar ins Penaltyschiessen. Aber da siegte erneut Fribourg. Aus Zürcher Sicht endete ein frustrierender Abend nach Penaltyschiessen 4:5 (1:1, 2:1, 1:2, 0:0).

2:1- und 3:2-Führung in der Halle des Gegners – in der Serie mit Davos haben die Zürcher solche Vorsprünge «locker» verwaltet. Gegen Gottéron aber sind Führungen kein Garant für den Sieg. Auch im ersten Heimspiel lagen die Lions vorne (1:0), es reichte nicht.

Aus einem äusserst schwachen Startdrittel zum Halbfinalstart steigerten sich die Lions im Vergleich mit dem Qualifikationssieger ständig, sie konnten ihn einmal in die Verlängerung und einmal ins Penaltyschiessen treiben. Aber nach drei Partien ist ihr Ertrag noch immer gleich null – darum liegen sie 0:3 zurück und eine Niederlage vor de Saisonende.

Doch es gibt auch die andere Sichtweise: Gelingt den Zürchern nochmals eine Verbesserung, wäre die logische Folge: Am Dienstagabend siegen sie im Penaltyschiessen, am Donnerstag in der Verlängerung, am Samstag nach normaler Spielzeit – und dann stünde am Ostermontag Spiel 7 auf dem Kalender.

Die vielen Matchpucks

Doch bis dahin ist es noch ein sehr, sehr weiter und steiniger Weg. Dazu würde es nicht erstaunen, kämen bei den Zürchern erste Zweifel auf, die auch aufs Selbstvertrauen schlagen. Denn ausser in Spiel 1 hatten sie in beiden Partien Chancen, das Glück auf ihre Seite zu zwingen. Am Donnerstag im Hallenstadion vergab Roman Wick eine grosse, Morris Trachsler in der Verlängerung gar eine riesige Chance. Am Ende siegte Gottéron.

Am Samstag in der erneut ausverkauften Halle des Qualifikationssiegers war es wieder gleich. Zwei Führungen im Spiel nicht zu mehr genützt. Dann, in der quasi letzten Sekunde vor der Verlängerung, traf Patrik Bärtschi statt ins Tor nur an die Latte. In der Verlängerung besassen mit Mikko Lehtonen und Ryan Shannon zwei Zürcher die besten Overtime-Chancen. Im Penaltyschiessen hätte Andres Ambühl zum Helden werden können, wenn er, als fünfter Zürcher Schütze, das 3:2 im Shootout erzielt hätte. Mikko Lehtonen lief mit dem Matchpuck in der «Verlängerung» des Penaltyschiessens an, nachdem Lukas Flüeler den Versuch Julien Sprungers abgewehrt hatte. Lehtonen scheiterte. Danach war die Reihe im Freiburger Team wieder Mal an Andrej Bykow – er traf. Ryan Shannon hätte erneut ausgleichen können. Goalie Benjamin Conz war ausgespielt, aber er brachte aus einem Reflex heraus die Füsse noch irgendwie nach oben, rein zufällig wehrte er mit der Ferse die Scheibe ab. Am Ende siegte Gottéron, weil der Puck zumindest in der vergangenen Woche nur für die Fribourger rollte. Und weil die Sturmlinie mit Bykow, Plüss und Sprunger nicht nur zwei der vier Treffer erzielte, sondern jeder aus diesem Trio im Penaltyschiessen einmal traf. «Vor allem gegen diese erste Freiburger Linie spielen wir zu passiv», stellte Zürichs Captain Mathias Seger fest. «Wir dürfen gegen die Bykow-Linie nicht in Ehrfurcht erstarren.»

Zweimal im Minus

Zur Erinnerung in Sachen Overtime und Penaltyschiessen: In den Viertelfinals gegen Biel verloren die Fribourger beide Penaltyschiessen. Und die Lions gingen eigentlich mit guten Statistiken in die «Lotterie»: In der Qualifikation hatten sie zwei von vier Penaltyschiessen gewonnen (Kloten und Zug), die Niederlagen hatte es gegen Fribourg und Bern abgesetzt. Auch ihre Verlängerungsbilanz war durchaus ansehnlich: Fünf Siege in der «regular season» (und nur eine Niederlage). In den Playoffs aber stehen die Titelverteidiger in beiden Kategorien der «Entscheidungen in der Zusatzzeit» im Minus.

Für Spiel 3 kamen mit Steve McCarthy und Mikko Lehtonen zwei Ausländer zurück, vier Spieler ohne Schweizer Pass im Team – das ist für die Lions in dieser Saison beinahe ein Luxus. Die Rückkehrer setzten sich gut in Szene. Verteidiger Steve McCarthy spielte erstmals seit dem ersten Viertelfinal gegen Davos wieder und erzielte das 2:1 für die Lions. In der zweiten Spielhälfte wurde McCarthy dann aber trotzdem nicht mehr eingesetzt. Mikko Lehtonen, der die Partie vom Donnerstag krankheitshalber verpasst hatte, bereitete Ryan Shannons 3:2 vor. (jch/si)

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