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Norwegens Serie fortgesetzt

ROSA CHUTOR. Der Super-G der Männer bleibt in der Hand der Norweger. Aber nicht der Titelverteidiger Aksel Lund Svindal, sondern Kjetil Jansrud holte Gold. Die Schweizer bezogen eine schwere Schlappe.

Im achten olympischen Super-G der Geschichte setzte sich zum fünften Mal ein Norweger durch. Der letzte nicht norwegische Olympiasieger war 1998 der Salzburger Hermann Maier. Der 28-jährige Kjetil Jansrud verlängerte die erstaunliche Serie mit einem nicht minder erstaunlichen Lauf. Der gleichaltrige Amerikaner Andrew Weibrecht kam mit Nummer 29 bis auf drei Zehntel heran, der Rest jedoch sah sich um über eine halbe Sekunde distanziert.

«Andrew liess mich zittern, doch ich wusste, dass mir der Schlussteil sehr gut gelungen war», so Jansrud. Er komplettierte seine olympische Medaillensammlung, hatte er doch 2010 Silber im Riesenslalom und am letzten Sonntag Bronze in der Abfahrt gewonnen. Seine Leistung ist umso erstaunlicher, als er sich erst vor einem Jahr im WM-Super-G das Kreuzband gerissen hatte. Im Weltcup hat Jansrud bisher zwölf Podestplätze erreicht, seinen einzigen Sieg 2012 im Super-G von Kvitfjell.

Grösste Schweizer Niederlage

Andrew Weibrecht hatte im Super-G schon vor vier Jahren mit Bronze zugeschlagen. Im Weltcup kam er aber nie über Rang 10 hinaus, heuer war der 20. Platz im Super-G von Beaver Creek sein bestes Resultat. Bronze teilten sich – zwei Hundertstel vor dem fünftplatzierten Österreicher Otmar Striedinger – Bode Miller, mit 36 Jahren ältester olympischer Medaillengewinner bei den Alpinen, und Jan Hudec, der den Kanadiern das erste olympische Edelmetall seit 20 Jahren bescherte. Miller konnte nach seiner sechsten Olympiamedaille die Tränen nicht zurückhalten: «Ich habe an meinen Bruder gedacht. Ihn zu verlieren, war hart für mich», sagte der Amerikaner, dessen jüngerer Bruder Chelone, ein Snowboard-Profi, vor knapp einem Jahr nach einem Schlaganfall tot aufgefunden worden war.

Die Schweizer kassierten ihre bisher grösste Niederlage im Super-G. Patrick Küng war als Zwölfter noch der Beste. Im zuvor schlechtesten Olympia-Super-G, 1994 in Lillehammer, hatte es der beste Schweizer auf Rang 10 geschafft. Cheftrainer Walter Hlebayna beschönigte nichts: «Das ist ein enttäuschendes Ergebnis, vor allem wenn man bedenkt, welches Po­ten­zial in dieser Mannschaft gesteckt hat.» Nur Didier Défago, der in Kitzbühel gewonnen hatte, hätte die Schlappe verhindern können. Der Romand lag bei der zweiten Zwischenzeit noch vor Jansrud. «Bis dahin lief alles nach Plan. Aber dann vergab ich halt meine Chance», so Défago, der ausschied.

Patrick Küng, der Anfang Dezember in Beaver Creek gewonnen und bis letzten Mittwoch unter den Nachwirkungen seiner Magen-Darm-Verstimmung gelitten hatte, fehlte die letzte Überzeugung: «Ich versuchte mich auf die Aufgabe einzustellen, gelungen ist es mir nicht. Vor allem im mittleren Abschnitt habe ich auch zu wenig riskiert.» Carlo Janka rutschte schon im obersten Teil auf dem Innenski weg, was ihn entscheidend zurückwarf. «Dieser Fehler ist mir früher fast nie passiert, jetzt mache ich ihn bei jedem zweiten Rennen. Das ist ein technischer Mangel, den es auszumerzen gilt», übte er Selbstkritik.

Janka kam auf Platz 22, noch fünf Ränge vor Beat Feuz ins Ziel. «Von der ersten bis zur letzten Kurve ging bei mir gar nichts», bekannte der Emmentaler. Feuz ist aber zu sehr Rennfahrer, als dass er bei Olympia seine Chance ausgelassen hätte: «Immerhin war ich ja in der Abfahrt und Super-Kombination der zweitbeste Schweizer. War­um hätte ich also nicht fahren sollen? Wäre ich gesund, könnte ich gewiss mithalten. Diese Tatsache nervt am meisten.» (si/red)

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