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Nun doch noch eine Klage gegen die CS

new york. Der Credit Suisse droht in den USA noch mehr Ungemach wegen mutmasslich illegaler Praktiken im Hypothekengeschäft. Die US-Aufsicht über das Kreditgeschäft hat Klage gegen die CS erhoben.

Die Klage der Regulierungsbehörde National Credit Union Administration (NCUA) gegen Credit Suisse Securities (USA) wurde vor einem Gericht in Kansas eingereicht. Der Vorwurf lautet: Die CS-Investmentbank habe in den Jahren 2006 und 2007 beim Verkauf von Wertpapieren, die auf Hypothekenkrediten beruhten, falsche oder unvollständige Angaben gemacht. Auch seien die in den Kaufofferten festgehaltenen Zeichnungsrichtlinien «systematisch» missachtet worden. Dadurch wurden die Anleger über die Risiken getäuscht. Die NCUA sieht sich als Insolvenzverwalterin von drei kollabierten Banken berechtigt, die entstandenen Verluste bei den Verantwortlichen einzufordern.

Die drei Genossenschaftsbanken US Central, WesCorp und Southwest hatten laut NCUA-Angaben insgesamt 715 Millionen Dollar in die von der CS verkauften Wertschriften investiert. Nach dem Platzen der Immobilienblase brachen die In­sti­tu­tio­nen unter den faulen Papieren zusammen.

Auch UBS im Visier

Die Strategie der Behörde zielt nicht nur gegen die Credit Suisse. Vergleichbare Mittel habe man bereits gegen die Banken UBS Securities, J. P. Morgan Securities, LLC, RBS Securities, Goldman Sachs, Wachovia und Barclay’s ergriffen. Von Citigroup, Deutsche Bank Securities and HSBC habe man schon Forderungen von mehr als 150 Mio. Dollar durchgesetzt. Dieses Vorgehen stösst der CS sauer auf. Sprecher Marc Dosch kommentierte auf Anfrage den konkreten Fall zwar nicht. Er sagte jedoch, dass alle grossen Investmentbanken in den USA mit solchen Klagen konfrontiert seien. Mit diesen würden «qualifizierte, institutionelle Investoren» versuchen, die Bank für ihre Anlageverluste mit US-Immobilienverbriefungen verantwortlich zu machen. «Aus Sicht der Credit Suisse ist das aber unstatthaft», so Dosch. Die CS sei nicht verantwortlich für die Schwierigkeiten im US-Immobilienmarkt.

Mehrere Festnahmen

Wegen Manipulationen und Buchfälschungen während der US-Immobilienkrise in den Jahren 2007 und 2008 wurde bisher gegen vier ehemalige CS-Angestellte ermittelt. Zwei Personen wurden in diesem Februar festgenommen und sind geständig, eine weitere wurde vergangene Woche arrestiert. Die CS distanzierte sich von den Aktionen ihrer ehemaligen Händler. Man habe die fehlbaren Mitarbeiter umgehend der Börsenaufsicht gemeldet, hiess es letzte Woche. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte dies im Februar ebenfalls so gesehen und deshalb auf eine Anklage gegen die CS selbst verzichtet. Im Frühjahr 2008 hatte die CS überraschend einen Verlust von 2,85 Milliarden Dollar gemeldet und die vier Händler dafür verantwortlich gemacht. (sda)

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