Zum Hauptinhalt springen

Nur der Vorsprung bleibt

BASEL. Meister FCB gab beim 1:1 gegen St. Gallen zum dritten Mal in Folge Punkte ab. Doch die Gegnerschaft rückt einfach nicht näher.

Als der FCB die ersten drei Frühjahrsrunden mit drei Siegen hinter sich gebracht hatte, lag er fünf Punkte vor dem ersten Verfolger. In der Winterpause wars erst eine Länge gewesen. Doch dann gerieten die Basler ins Stocken, das 1:1 gegen den 2014 noch sieglosen FC St. Gallen war schon das dritte Unentschieden in Folge. Es war schon deshalb eine Enttäuschung, weil der FCB damit begonnen hatte, auch im eigenen Stadion Punkte abzugeben. Was aber noch mehr erstaunt: Die Basler mögen Punkt um Punkt abgeben, an ihrer doch respektablen Reserve wird nicht gerüttelt. Es sind auch nach drei Remis noch immer fünf Punkte wie vorher. Geändert hat sich nur eines: Die Zahl der Verfolger ist auf drei angewachsen.

Was die letzten Vorstellungen der Basler betrifft, ist ihnen vor allem eines gemein: Sie waren offensiv enttäuschend, entsprachen nicht den Ansprüchen des meisterlichen Publikums. In der Liga wird nicht nachgesehen, wenn Murat Yakin seine Mannschaft – je nach Wortwahl – allzu vorsichtig, defensiv oder unattraktiv spielen lässt. Im Europacup ist das erlaubt, wie beim ermauerten 0:0 gegen Maccabi in Tel Aviv. Die Leistung beim 3:0 im Rückspiel gegen die Israelis war dann die kohärenteste in diesem Jahr.

Verletzungen, wie sie am Samstag früh den Captain Marco Streller trafen, mögen eine Rolle spielen. Aber Yakin wechselt dar­über hinaus zu häufig, wie schon im Herbst, als dies zu den sattsam bekannten «Irritationen» um seine Person beitrug. Zuletzt kam noch hinzu, dass er mal mit einer Dreier-, dann wieder – wie gegen St. Gallen – mit einer Viererabwehr spielen liess. Das fördert die spielerische Entwicklung nicht. So brachte es auch der nach den enttäuschenden letzten Resultaten mit bescheidenem Selbstvertrauen, aber doch viel Kampfgeist auftretende FC St. Gallen fertig, die Basler auf die Bremsspur zu zwingen. Die St. Galler verloren nicht mal, nachdem sie erst in der Endphase in Rückstand geraten waren.

Yakin sprach hinterher zwar zu Recht von den «drei guten Chancen, die sich uns in den ersten sechs Minuten boten». Aber die wurden nicht genutzt. Seine Mannschaft habe «viel Aufwand» getrieben, fügte er bei. Aber daneben lag er mit dieser Feststellung: «Wir hatten genügend Chancen, um fünf, sechs Spiele zu gewinnen.» Genau das hatten die Basler nicht, obwohl dann doch verdient war, dass sie durch das erste Tor des Seemers Davide Callà in ihrem Trikot in Führung gingen. «Nach dem 1:0 hatten wir das Gefühl, wir hätten sie im Sack», sagte Yakin. Das drückte offensichtlich auf die Konzentration, jedenfalls konnten Ermir Lenjani und Stéphane Nater ungestört den schnellen Ausgleich Goran Karanovics vorbereiten. Es hatte vorher eine – von Lenjani verpatzte – Konterchance zum 0:1 gegeben, später wäre ein zweites Tor möglich gewesen. Wärs dumm gelaufen, hätte der FCB gar verloren.

St. Gallens Jeff Saibene sprach von einem «wunderbaren Punkt in schwieriger Si­tua­tion», gewonnen von einer Mannschaft, die «sehr defensiv eingestellt» gewesen sei, «was eigentlich nicht meiner Philosophie entspricht». Unterm Strich sei es ein «verdienter Punkt mit ein bisschen Glück». Yakin hörte zu, wie er beim Verlassen des Platzes die Pfiffe des unzufriedenen Publikums hatte hören müssen. (hjs)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch