Zum Hauptinhalt springen

Nur eine Sorge kennen sie nicht

Bern/Lausanne. Aufsteiger Lausanne oder Meister Bern verpassen die Playoffs – die Entscheidung fällt am Dienstag.

Der SC Bern hat schon manche scheinbar unüberwindbare Hürde überwunden. Im letzten Frühling zum Beispiel mehrmals auf dem steinigen Weg zum Titel; und er hat sich auch schon aus solchen Si­tua­tio­nen befreit, in der er sich jetzt befindet: Eine Runde vor Schluss droht das Verpassen der Playoffs. Im Winter 2004/05 lagen die Berner nach 43 von 44 Runden auf Rang 9, einen Punkt hinter den Kloten Flyers. In Runde 44 hiess es Bern – Kloten. Der SCB schoss sich locker mit einem 10:1 in die Playoffs und danach gar noch bis in die Halbfinals. Nun aber stehen die Vorzeichen anders. Die Berner haben vor ihrem Dienstagsspiel in Zürich gegen Qualifikationssieger ZSC Lions das Schicksal nicht mehr in den eigenen Händen. Noch am Dienstag letzter Woche schien alles seinen gewohnten Gang zu nehmen. Das 6:0 über die Rapperswil-Jona Lakers brachte Bern ge­gen­über Lausanne um zwei Punkte in Vorteil und der Teamführung offenbar die Gewissheit, dass alles gut sei. Aber gut war gar nichts. Im Gegenteil. Am Freitag konnten sich die Berner über die 1:2-Niederlage in Biel, gegen ein Team, das in die Playouts muss, mit dem 0:1 der Lausanner in Zug hinwegtrösten. Noch immer waren sie im Vorteil. Aber es gab erste Anzeichen dafür, dass sich das schnell ändern könnte. Ambri, der nächste Lausanne-Gegner, freute sich noch immer über die erste Teilnahme an den Playoffs seit 2006, und war dann auch tatsächlich nicht bereit, die Lausanner zu schlagen. Und einen motivierteren Gegner als Fribourg-Gottéron gibt es wohl nicht, wenn er in der Postfinance-Arena des SC Bern auftritt. Gottéron machte keine Geschenke und siegte 2:0. Und so fanden sich die Berner erneut auf Rang 9 wieder. Einen Punkt hinter Lausanne. Nur wenn sie am Dienstag in Zürich mehr Punkte holen als Lausanne in Fribourg, können sie noch um den Titel spielen. Sonst sind sie der erste Titelverteidiger überhaupt, der in der Playoff-Ära die Playoffs verpasst. In Sachen negativer Premieren sind die Berner «führend»: Der SCB scheiterte 1992 als erster Titelverteidiger bereits in den Viertelfinals. Die ZSC Lions sind seit geraumer Zeit als Nummer 1 gesetzt. Niemand soll jemandem böse Absicht unterstellen, aber so ganz ohne Hintergedanken werden die Zürcher nicht in ihr Spiel gegen Bern gehen. Verlieren sie es, könnten sie es im Viertelfinal mit den Bernern zu tun bekommen. Ob ihnen ein Viertelfinal mit Lausanne als Gegner nicht lieber ist? Auch Fribourg-Gottéron, der Gegner von Lausanne am Dienstag, sähe es nicht ungern, wenn der SCB den Playoffs fernbleiben müsste. Keine sportliche Logik Wer über die gesamte Saison nicht genügend Punkte sammelt, der muss am Schluss diverse Rechnungen machen. Nicht immer kann er sich auf die sportliche Logik verlassen. Im letzten Jahr zum Beispiel verloren die ZSC Lions ihr drittletztes Qualifikationsspiel gleich 0:7 in Biel. Diese unverhofften drei Punkte reichten den Seeländern, um ihren Playoff-Platz im Duell mit den Kloten Flyers zu retten. Wer sein Schicksal nicht mehr in den eigenen Händen hat, der kann nicht auf die Hilfe der Konkurrenz hoffen. Schrecklichste Dramen und glücklichste Rettungen waren in den vergangenen Jahren ständige Begleiter der letzten Qualifikationsrunden. Bern hat dreimal den Trainer gewechselt, aus Lugano zuerst Hnat Domenichelli und zuletzt Glen Metropolit geholt, mit Ras­tislav Olesz und Daniel Grillfors weitere Ausländer. Aufsteiger Lausanne wird noch immer von Heinz Ehlers trainiert, mit Damien Fleury ist ein fünfter Ausländer hinzugekommen. Gemeinsam haben Bern und Lausanne nur eines: Beide müssen sich bei einem Scheitern am Dienstag keine Sorge machen, noch abzusteigen. Was für die Berner definitiv kein Trost sein kann. (jch)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch