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Nur Kronleuchter und Kunden fehlen noch

In den Archhöfen öffnen Anfang August mehr als dreissig Geschäfte ihre Türen, von A wie Aldi bis Z wie Zara. Die endlose Diskussion um den fehlenden Globus werde sich bald erübrigt haben, glaubt der Projektleiter.

«Ein ausgewähltes Angebot an hochwertigen Produkten» solle die Kundschaft der Archhöfe erhalten. So hiess es vor rund zwei Jahren bei der Baufirma Halter, die lange Zeit nach entsprechenden Mietern suchte. Heute stehen im zweiten Obergeschoss bereits die ersten Kühlregale eines Lebensmittelhändlers – allerdings gehören sie nicht zu Globus, sondern zu Aldi.

«Natürlich wäre Globus eine Bereicherung gewesen», sagt Projektleiter Pascal Welti von der Halter AG. Doch Aldi werde als neuer Player noch stark an Marktanteilen gewinnen und so zum Erfolg der Archhöfe beitragen: «In fünf Jahren werden wir diese Diskussion nicht mehr führen.» Dass der Discounter in der obersten Verkaufsetage und nicht im Parterre einzieht, gehört zum Konzept des modernen Einkaufszentrums am Archplatz: Auf dem Weg zum Supermarkt soll die Kundschaft die ganze Mall durchwandern.

Edles Ambiente

Die Wanderung beginnt hinter den beiden grossen Drehtüren am Archplatz. Momentan wuseln hier noch die Arbeiter durcheinander und es wird gesägt, geschliffen und gestrichen, denn bis zur Eröffnung des Einkaufszentrums am 2. August müssen die Ladeninhaber ihre Geschäftsräume ausgebaut haben. Der innere Teil der Mall, der die Geschäfte miteinander verbindet, ist jedoch praktisch fertig. «Es fehlen nur noch die Kronleuchter und der letzte Schliff am Boden», sagt Welti. Zurzeit ist wegen der Arbeiten in den Läden noch alles abgedeckt, doch sobald die Glaselemente der Kronleuchter in der Mall ein Lichterspiel produzieren, wird ein gehobenes Ambiente herrschen. Unterstrichen werde dies durch den Terrazzo-Belag – ein auf Hochglanz polierter Steinboden – und die Geländer aus Glas mit den Handläufen aus Eichenholz.

Gleich rechts des Haupteingangs wird die Restaurantkette Cha Cha thailändisches Essen anbieten. Der Gastrobetrieb erstreckt sich über zwei Stockwerke und ist sowohl von der Mall wie auch von aussen zugänglich. So können Hungrige auch nach Ladenschluss Curry und gebratene Nudeln geniessen, im oberen Stock mit Blick durch das sogenannte «Stadtfenster», wie Welti die zwei Stockwerke hohe Fensterfront über dem Haupteingang nennt. «Wir waren auch in Verhandlungen mit Starbucks.» Doch das Kaffeehaus sei nur am Parterrebereich und nicht an der gesamten Gastrofläche interessiert gewesen.

Eine spanische Baustelle

Ge­gen­über dem zukünftigen Thai-Restaurant wird zurzeit ausschliesslich Spanisch gesprochen: Das Modegeschäft Zara baut hier seine Ladenfläche mit einer eigenen Equipe von etwa 25 spanischen Arbeitern aus. Wie Welti sagt, lohnt sich das für Zara auch: «Nicht jede Kette eröffnet rund 300 Filialen pro Jahr.» Die Verkaufsfläche von Zara setzt sich im ersten Obergeschoss fort und umfasst inklusive Zara Men über 1800 Quadratmeter. Etwas bescheidener tritt das Kleidergeschäft «angesagt» auf: Es hat im zweiten Stock knapp 350 Quadratmeter gemietet. Wem «angesagt» nichts sagt: Beim Mitgründer Markus Ochsenbein handelt es sich um den ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten des traditionsreichen Winterthurer Modehauses Schellenberg.

Die ersten beiden Verkaufsebenen stehen vor allem im Zeichen der Mode. «Es ist uns gelungen, gute Marken wie Kiko oder Superdry nach Winterthur zu holen», sagt Welti. Das werde auch über Winterthur hinaus viele Leute anziehen. Im dritten Stockwerk, in dem sich Aldi eingemietet hat, ist das Angebot viel durchmischter: Neben Lebensmitteln wird es hier auch Sportartikel und Unterhaltungselektronik zu kaufen geben. «Ich bin mit dem Mietermix sehr zufrieden», sagt Welti. Es freut ihn vor allem, dass nun alle Ladenflächen vermietet sind. In Anbetracht der Mietdauer von zehn Jahren ist das keine Selbstverständlichkeit.

Innenhöfe nur zum Anschauen

Welti wird aber weiterhin auf Mietersuche sein: Im vierten Stock ist noch rund ein Drittel der Büroflächen zu haben. Hier beginnen auch die beiden Innenhöfe, die dem Gebäude seinen Namen geben. Ein grosser Teil ihrer Bodenfläche wird von den Oberlichtern der Mall in Anspruch genommen, daneben schlagen ausgewachsene Bäume in Holztrögen neue Wurzeln und dazwischen geht man auf Schotter. Sobald die neue Mall eröffnet ist, wird hier aber niemand mehr gehen. Die Höfe seien nicht zugänglich, weil es sonst zu einem Nutzungskonflikt käme: «Auf diesem Stockwerk ziehen Büros und ein Fitnesszen- trum ein. Die Leute würden im Innenhof rauchen und sich lautstark unterhalten», sagt Welti. Das würde die Wohnungsmieter stören, die ihre darüberliegenden Loggien geniessen möchten.

Ein Personenaufzug im hinteren Bereich des Gebäudes Richtung Lagerhausstrasse führt zurück ins Erdgeschoss. Neben der Lifttüre schleift eine Malerin die aufgemalte Ziffer «0» von der Betonwand. Bei der Stockwerks- bezeichnung hat sich anscheinend ein Fehler eingeschlichen: «Eigentlich sollte da eine ‹1› stehen», sagt Welti und lacht. Da das Gelände gegen die Lagerhausstrasse leicht ansteigt, befinden sich die hinteren Ausgänge der Archhöfe bereits im ersten Obergeschoss.

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