Zum Hauptinhalt springen

Obama im Aufwärtstrend

WASHINGTON. Es geht aufwärts für Barack Obama. Nicht nur in den Umfragen und bei den Spendengeldern, sondern auch im wahrsten Sinn des Wortes.

Als der US-Präsident auf Wahlkampfreisen durch Florida einen kurzen Stopp im «Big Apple Pizza & Pasta Restaurant» in Fort Pierce machte, eilte Besitzer Scott Van Duzer – ein Republikaner – freudig auf den Präsidenten zu. Mit seinen kräftigen Armen hob er Obama in die Luft. Kameras fingen die Szene ein, die in den Medien nun als «The Lift» bekannt ist. Die Bilder aus der Pizzabäckerei haben schon wenige Stunden nach ihrer Aufnahme Kultstatus. Einen sehr viel wichtigeren «Lift» erhielt Obama in den Umfragen. Die grossen nationalen Meinungsforschungsinstitute sehen den Präsidenten nach zwei Wochen Parteitagsreden und Politshows im Fernsehen vor Mitt Romney. Bei Gallup liegt er mit 49 zu 44 Prozent vorn.

Romneys Chef-Demoskop Neil Newhouse spielt den Aufwärtstrend Obamas herunter. Einige Wähler seien nach den Parteitagen «auf einem Zucker-Hoch». Dies werde sich wieder ändern, weil die fundamentale Struktur des Rennens gleich bleibe. Auch bei den Wahlkampffinanzen sieht es besser aus für den Präsidenten, der im August erstmals seit dem Frühjahr wieder mehr Geld einwarb als der Herausforderer. Obama hat mit 114 Millionen Dollar die Nase vor Romney, der auf 111 Millionen Dollar kam. Unterm Strich behält Romney aber einen finanziellen Vorteil, weil er sich auf schier unbegrenzte Grossspenden reicher Gönner stützen kann. Diese drohen Obama in einer Flut an Negativwerbung zu ertränken. Die Republikaner versuchen, die Wahlen zu einer Abstimmung über die stagnierende Wirtschaft zu machen. Dabei helfen ihnen die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt, die abermals ein enttäuschend schwaches Wachstum von nur 96 000 Jobs zeigten.

Am Sonntag sorgte Romney mit dem überraschenden Eingeständnis für Schlagzeilen, nicht alles an Obamas Gesundheitsreform sei schlecht. «Es gibt eine Reihe von Dingen, die mir an der Gesundheitsreform gefallen, die ich in Kraft setzen werde.» Diese Aussage steht im Gegensatz zu seinem Versprechen während der Vorwahlen, «Obama-Care» abzuschaffen.

Derweil bringt sich der libertäre Porno-König Larry Flynt mit ganzseitigen Anzeigen in der «Washington Post» und im Massenblatt «USA Today» in die Schlagzeilen. Darin bietet der «Hustler»-Herausgeber eine Million Dollar für die Steuerunterlagen Romneys, der es bisher ablehnt, mehr als die zwei letzten Jahre offenzulegen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch