Zum Hauptinhalt springen

Oberi braucht noch ein neues Schulhaus

Das Primarschulhaus Zinzikon ist in Bau, jenes in Neuhegi in Planung. Und nun zeigt die aktuelle Schulraumprognose: Auch ein neues Sekundarschulhaus wäre bald nötig. Der Stadtrat ist perplex.

Schulvorsteher Stefan Fritschi (FDP) war wie der gesamte Stadtrat reichlich überrascht, als die Schüler- und Schulraumprognose auf dem Tisch lag. Die Kinderzahl wächst schneller, als noch die letzte Prognose von 2011 vorausgesagt hatte. Derzeit gibt es in Winterthur 501 Sekundar-, Primar- und Kindergartenklassen. 2023 werden es 614 sein. Allein in Hegi/Neuhegi wird sich die Zahl der Kindergarten- und Primarschulklassen nahezu verdoppeln von heute 26 auf 50. Und diese Kinder werden einige Jahre später alle zu Oberstufenschülern, was in Oberwinterthur ein neues Sekundarschulhaus nötig macht. «Das ist für mich die wichtigste und überraschendste Erkenntnis der Pro- gnose», sagte Fritschi gestern, als er die Zahlen präsentierte. Wie er das Pro- blem lösen will, weiss er noch nicht. Fritschi skizzierte aber mögliche Ansätze. «Wenn wir wüssten, ob wir das Schulhaus Wallrüti abbrechen und neu bauen dürfen, wäre dort eine Vergrösserung denkbar.» Doch sei ein Schulhaus mit 30 Klassen vielleicht zu gross. Wo allenfalls sonst gebaut werden könnte, sei zu prüfen. Die Möglichkeit von Pavillons, wie sie heute vielerorts in der Stadt aufgestellt werden, lehnt er nicht rundweg ab, verweist aber auf Schwierigkeiten und Gegnerschaft – «auch in der Verwaltung», wie er nachschob. Schulkreisreform hilft ab 2014 Die Zahl aller Klassen im Kreis Oberwinterthur steigt laut Prognose von heute 110 auf 154, jene der Sekundarklassen von 26 auf 37. Oberwinterthur bleibt damit der Boomkreis der Stadt. Und er bleibt auch nach 2014 auf sich allein gestellt, während sich die übrigen sechs Schulkreise zu drei vereinigen: Stadt geht mit Töss, Seen mit Mattenbach und Wülflingen mit Veltheim. Das erleichtere die Planung, sagte Fritschi. Seen vermag so das mittlere Wachstum von Mattenbach zu dämpfen, Veltheim zum Teil dasjenige von Wülflingen. Die Kreise Stadt und Töss aber sind beide am Wachsen, was neben Pavillons auch einen Erweiterungsbau im Sekschulhaus Rosenau nötig macht. Zudem will die Stadt tagsüber die Badmintonhalle Shuttle-Zone im Tössfeld als Turnhalle mieten. Viele Neubauten und Babys Die Gründe für die hohen Zuwachsraten seien vielfältig, sagte der Raumplaner Thomas Spörri. Er arbeitet im Zürcher Ingenieurbüro JZP, das seit zehn Jahren die Schulraumprognose für Winterthur erstellt. «Die Wohnbautätigkeit bleibt hoch», sagte Spörri. Es seien mehr Familien nach Hegi gezogen, als man erwartet hatte. Und die Geburtenrate sowie die Anzahl Geburten seien gestiegen. Bis 1993 wurden in Winterthur keine 1000 Babys geboren, in den letzten vier Jahren waren es stets mehr als 1200. Bei seinen Analysen stützt sich Spörri unter anderem auf Zahlenmaterial der Stadtstatistik. Stadtrat Fritschi hatte als Ort seiner Medienkonferenz den neuen Pavillon beim Schulhaus Eichliacker in Töss gewählt. Innert vier Wochen wurde er erstellt, schon am 8. Mai übernehmen ihn die Schulklassen. Sechs Klassenräume enthält er, drei oben und drei unten, zwei grosse Gruppenräume, Gang mit Garderobe und Toiletten, vorgefertigt in Seuzach. All das kostet 1,7 Millionen Franken ohne und 2,5 Millionen mit Einrichtung und Umgebungsgestaltung. Dem Bau vorangegangen war ein heftiger Streit im Quartier, auf welcher Seite der Wiese der Pavillon stehen sollte. Jetzt liegt er auf Seite der Bützi- ackerstrasse, die Bäume blieben erhalten, verloren aber einige Äste.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch