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Ochoa – erster Held der WM

Es war vor allem ein Mann, der den zweiten Sieg Brasiliens verhinderte: Mexikos Goalie Guillermo Ochoa hielt das 0:0 mit seinen Paraden fest.

Viermal hatte Guillermo Ochoa mit letztem Einsatz gerettet: Er fischte in der ersten Halbzeit Neymars Kopfball mirakulös von der Linie und verkürzte gegen Paulinho blitzschnell den Winkel. Mexikos Goalie, der mit Ajaccio aus der Ligue 1 abgestiegen ist, stoppte nach der Pause nochmals Neymar und machte auch den Kopfballversuch Thiago Silvas aus nächster Nähe zunichte.

«Unglaublich», schrieb die mexikanische Zeitung «La Prensa». «Ochoa schien die Bälle anzuziehen wie ein Magnet.» Und für das Blatt «El Universal» war Ochoa schlicht «der Held». Das Lob kam von überall her. Von Mitspieler wie Captain Rafael Marquez («Er hat uns gerettet») ebenso wie von Fachkollegen: «Er hat sensationell gehalten. Das war die beste Goalieleistung bei dieser WM», sagte Oliver Kahn, Deutschlands WM-Finaltorhüter von 2002 und heute Experte beim ZDF.

Ochoa selber sagte nur: «Ich danke Gott für dieses Spiel. Ich habe hart dafür gearbeitet.» Der 28-jährige Ochoa ist zwar schon an seiner dritten WM dabei. Erstmals aber darf er auch spielen. 2006 in Deutschland hatte er die Rolle des dritten Torhüters. 2010 in Südafrika zog ihm der damalige Coach Javier Aguirre Oscar Pérez vor. Miguel Herrera entschied sich nun für Ochoa, was diesen keineswegs nervös machte. «Im Gegenteil», betonte er. «Seit ich das weiss, schlafe ich besser.»

Brasiliens Probleme

Weniger gut war womöglich die Nachtruhe von Brasiliens Coach Luiz Felipe Scolari. Wie schon gegen Kroatien überzeugte sein Team nicht, obwohl es sich genügend Chancen für einen Sieg herausspielte. Man kann sagen, es sei nicht normal, dass eine Klassemannschaft wie Brasilien sie alle versiebt. Scolari sah es positiv: «Ein 0:0 ist nie ein gutes Ergebnis. Das Team machte seine Sache gut. Aber wir müssen akzeptieren, dass der Gegner auch sehr gut war.»

Immerhin: Die Brasilianer kamen in der Defensive praktisch nie in Schwierigkeiten. Das war eine Steigerung ge­gen­über ihrem ersten Match gegen Kroatien. Nach vorne aber mangelt es Scolari an Alternativen. Weder Ramires noch der zur Pause eingewechselte Bernard konnten den angeschlagenen Hulk ersetzen. Und Fred, gegen Kroatien wenigstens noch mit der «Schwalbe» auffällig, die zum Penalty und zum 2:1 führte, war diesmal gänzlich ohne Wirkung und wurde bei seiner Auswechslung ausgepfiffen. Es verdichtet sich der Eindruck, als sei dieses Brasilien keine Ausnahmemannschaft, sondern lediglich eine gute, aus der die Ausnahmekönner Neymar und Oscar herausragen. Von denen war der Letztere diesmal blass und fand der andere in Ochoa seinen Meister. red

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