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Offene Ausgangslage vor dem US Masters

Augusta. Tiger Woods fällt aus, Phil Mickelson ist angeschlagen: Die Probleme der Stars lassen das heute beginnende US Masters offener denn je erscheinen.

Am prestigeträchtigsten Golfturnier fuhr im Vorjahr der Australier Adam Scott mit 32 Jahren den ersten ganz grossen Sieg seiner Karriere ein. Das löste auch in der Schweiz einen Freudentaumel aus. Genauer gesagt in Crans-Montana, wo Scott seit Jahren seinen offiziellen Wohnsitz hat und Ehrenmitglied des Golfklubs Crans-sur-Sierre ist. Scott verbringt mehrere Wochen im Jahr im Wallis, Sommer und Winter. Der bescheidene und bei allen Konkurrenten äusserst beliebte «Aussie» macht sich nützlich, ist sich nicht zu schade, beispielsweise bei Seniorenturnieren als Starter zu fungieren oder sich – ebenfalls ohne Entgelt – mit dem Nachwuchs abzugeben.

In der laufenden Saison ist Scott, die Nummer 2 der Weltrangliste, noch sieglos. Aber er bringt natürlich alle Fähigkeiten mit, um das Masters als erster Golfer seit Woods (2001 und 2002) zweimal nacheinander zu gewinnen. Phil Mickelson, Sieger des letztjährigen British Open, strebt seinen vierten Sieg im Augusta National Golf Club an, aber hinter seiner Gesundheit steht ein Fragezeichen. Während seines vorletzten Turniers auf der US PGA Tour stieg er wegen der Bauchmuskelzerrung aus. Bereits wurde gemutmasst, dass er am 78. Masters nicht würde starten können. Er zerstreute die Zweifel vergangene Woche mit der Teilnahme am Turnier in Humble, Texas, wo er nach einer hervorragenden Startrunde Zwölfter wurde.

Walker, Reed und Spieth

Die einzigen zweifachen Saisonsieger in den USA sind die Amerikaner Jimmy Walker und Patrick Reed. Besonders der 23-jährige Texaner Reed wird in dieser Woche zu beachten sein. Anfang März gewann er in Florida ein Turnier der World-Golf-Championship-Serie, bei der die Weltelite jeweils lückenlos vertreten ist.

Der Newcomer schlechthin in den letzten zwölf Monaten war der erst 20-jährige Jordan Spieth, ebenfalls ein Golfer aus Texas. Er kam 2013 als «Rookie» auf die grosse Tour, gewann ein Turnier, erspielte sich neun weitere Top-10-Klassierungen und schloss das Jahresranking mit einem Verdienst von über 3,8 Millionen Dollar im 8. Rang ab. In elf Turnieren der laufenden Saison fehlt ihm noch ein Sieg, aber bereits hat er dank zahlreichen Spitzenplätzen wieder mehr als 1,8 Millionen Dollar an Preisgeld angehäuft.

Woods’ Position gefährdet

Neben den Genannten gibt es eine ganze Reihe weiterer Favoriten auf den Siegercheck und das legendäre grüne Jackett am ersten Major-Turnier des Jahres. Zu ihnen zählen auch die beiden Spieler, die nebst Scott und Mickelson im letzten Jahr Majors gewonnen haben: der Engländer Justin Rose und der Amerikaner Jason Dufner.

Vor etwas mehr als einem Jahr übernahm Tiger Woods nach einem fantastischen Saisonstart zum neunten Mal in seiner Karriere die Führung in der Weltrangliste. Mittlerweile hat es der Superstar auf die schier unglaubliche Zahl von 678 Wochen als Nummer 1 gebracht. Die Regentschaft könnte just am Masters zu Ende gehen, denn Woods’ Vorsprung ist in den letzten Wochen, als er wegen Rückenproblemen und nach einer Operation nicht spielen konnte, kontinuierlich geschmolzen.

Drei Spieler haben die Möglichkeit, Woods von der Spitze zu verdrängen. Adam Scott müsste mindestens Dritter werden und dürfte sich diesen Platz höchstens mit einem andern Spieler teilen. Der Schwede Henrik Stenson müsste mindestens Zweiter werden und dürfte ebenfalls höchstens einen Konkurrenten schlaggleich neben sich haben. Der Australier Jason Day schliesslich müsste das Masters gewinnen und zugleich dürfte Scott nicht alleiniger Zweiter werden. (si)

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